Station 3 des Ökumenischen Kreuzwegs der Schöpfung

„Atomkraft bedroht den Frieden“

„Die Opfer von Fukushima und Tschernobyl mahnen, dass wir so schnell wie möglich weltweit aus der Atomenergie aussteigen müssen“: Bei der dritten Station des ökumenischen Kreuzwegs erinnerte Viola von Cramon an den ersten Jahrestag des Atomunglücks in Japan vor einem Jahr. Die grüne Bundestagsabgeordnete predigte in der Kirche St. Bernward in Salzgitter-Thiede.

Von Cramon wehrte sich gegen die Unterscheidung zwischen einer zivilen und einer militärischen Nutzung der Kernenergie. „Atomkraft bedroht den Frieden und leider müssen wir feststellen, dass die langjährige Warnung der Atomkraftgegner, die Ausbreitung der Atomkraftwerke werde die militärische Nutzung der Atomkraft fördern, längst Realität geworden ist“, sagte die niedersächsische Bundestagsabgeordnete. Ihre Forderung: „Deshalb muss der atomare Wahnsinn  –  anders kann man es nicht nennen – global beendet werden. Und zwar sowohl militärisch als eben auch zivil.“

Chancen dazu sieht sie – nicht zuletzt durch die Anti-Atom-Bewegung in Deutschland: „Weil ihre Anhänger beharrlich und über Jahrzehnte hinweg auf die Gefahren der Atomkraft hingewiesen, die Unwahrheiten und Manipulationen der Betreiber aufgedeckt und die Alternativen zur Atomkraft deutlich gemacht haben.“ Nur so lasse sich gemeinsam auch in anderen Ländern für einen Ausstieg kämpfen.

Die 80 Teilnehmer des Kreuzwegs nahmen im Anschluss an der rund 80 Kilometer langen Lichterkette  zwischen den Endlagern Asse bei Wolfenbüttel und dem Schacht Konrad bei Salzgitter sowie der Firma Eckert & Ziegler teil. Das Braunschweiger Unternehmen verarbeitet radioaktive Abfälle aus Medizin und Forschung.

Nach Angaben der Veranstalter haben mehr als 24 000 Atomkraftgegner gegen die Kernkraft demonstriert. Die Lichteraktion bildete den Höhepunkt zahlreicher Anti-Atomkundgebungen bundesweit.
 „Die Lichterkette soll zugleich die Geschlossenheit und auch die bunte Vielfalt im Kampf gegen Atomkraft verdeutlichen“, sagte Mit-Organisator Peter Dickel.

Der ökumenische Kreuzweg der Schöpfung wird an diesem Sonntag, 18. März, in Gorleben abgeschlossen. Um 12 Uhr treffen sich die Teilnehmer am Verladekran für Castorbehälter in Dannenberg und ziehen mit dem Kreuz zur Kirche St. Peter und Paul. Um 14 Uhr  wird das Kreuz bei den Gorlebener Kreuzen zum dauerhaften Verbleib aufgestellt. Beim Gorleben-Gebet wird der Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie, Professor Dr. Jürgen Manemann, predigen.

kiz/epd