14.06.2017

2,5 Millionen für den Pferdeberg

2008 stand die Kolpingferienstätte auf dem Pferdeberg in Duderstadt kurz vor dem Aus. Die Einrichtung war in eine finanzielle Schieflage geraten. Doch durch Sparmaßnahmen und mit neuem Konzept steht das Kolping-Ferienparadies Pferdeberg heute ausgezeichnet da – und kann wieder investieren.

Ein Feriencamp mit drei bis vier Holzhäusern soll die
Angebotspalette des Kolping-Ferienparadieses
Pferdeberg erweitern. | Fotos: Kolping-Ferienwerk

Duderstadt. Als die wirtschaftliche Situation 2008 alles andere als rosig für den Pferdeberg aussah, holte das Kolping-Ferienwerk, Träger der Einrichtung, Klaus Bechtold ins Boot. Der Kolpingbruder und Unternehmensberater stellte alles auf den Prüfstand, erkannte schnell, woran es im Ferienparadies krankte. „Es wurde einfach nicht gut gewirtschaftet. Es musste dringend gespart werden, aber gleichzeitig auch neue Gäste gewonnen werden“, sagt Bechtold, der heute Vorsitzender des Kolping-Ferienwerkes ist.

2009 wurde die Vision entwickelt „Pferdeberg 2020“. „Da ging es um energieeffizientes Heizen, Modernisierung, Einbau von Brandmeldern und Brandtüren, aber auch darum, den Pferdeberg attraktiv zu machen“, erinnert Bechtold. So wurden insgesamt 1,5 Millionen Euro investiert unter anderem in ein Blockheizkraftwerk, das sogar Strom nach Duderstadt liefert. Eine behindertengerechte Well­nessanlage mit Saunalandschaft entstand. „Die Tagungsräume wurden modernisiert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht.“

2015 waren die in der „Vision 2020“ vorgesehenen Punkte abgearbeitet, der Haushalt solidiert. „Da muss ich auch mal allen Kolpingschwestern und -brüdern Danke sagen, die durch Geldspenden, aber auch durch Zeitspenden, die sie auf dem Pferdeberg abgearbeitet haben, dazu beigetragen haben, dass wir unsere Ziele erreicht und die Projekte erfolgreich abgeschlossen haben,“ freut sich Bechtold. Dieses Ziel war auch nur möglich durch das engagierte Arbeiten und Handeln der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Pferdeberg selbst.

Für Familien, Gruppen und Schulklassen

So wurde auf der Klausurtagung des Kolping-Ferienwerks 2016 die „Vision Pferdeberg 2025“ beschlossen. „Damit wollen wir das Angebotsspektrum erweitern. Neben dem Ferienparadies soll ein Feriencamp mit bis zu vier identischen Holzhäusern entstehen, mit jeweils drei Appartements, davon eines behindertengerecht“, verrät der Vorsitzende des Kolping-Ferienwerks. Drei  Holzhäuser sollen jetzt gebaut werden – „ein weiteres bei Bedarf oder wenn es uns die finanziellen Mittel erlauben“.
 

Getrennt und doch nah beieinander: Das Feriencamp
mit bis zu 112 Betten erhöht das Bettenangebot
auf dem Pferdeberg.

Die Häuser sollen multifunktional sein und können sowohl als Einzel- oder Doppelzimmer die Zimmerkapazität des Ferienparadieses erhöhen, zum Beispiel bei Großveranstaltungen, aber auch als Ferienhäuser für Gruppen, Familien oder Schulklassen genutzt werden. „Wir haben uns für eine Modulbauweise entschieden. Jedes Haus hat eine Küche für Selbstversorger, ein Bad mit Dusche und WC. Dabei kann jedes Appartement mit bis zu acht Betten aufgestockt werden. Das wird besonders für Schulklassen gebraucht.“

Mit dem Feriencamp will das Kolping-Ferienwerk neue Gäste­gruppen erschließen. Außerdem sollen 25 neue Parkplätze geschaffen werden – fünf davon versehen mit Ladestationen für E-Autos und fünf Stationen für Wohnmobile, wo auch alternativ Reisebusse parken können.

Darüber hinaus ist geplant, die Dächer des Ferienparadieses mit Photovoltaikanlagen auszurüsten, „um unser umweltschonendes Konzept der nachhaltigen Energiegewinnung und -nutzung weiter voranzutreiben“.

Weiter ist geplant, in den nächs­ten fünf Jahren alle Zimmer im Ferienparadies komplett zu renovieren. „Uns ist bewusst, dass dies alles eine riesige Herausforderung ist. Aber sie ist zu schaffen“, versichert Bechtold.
 

Klaus Bechtold ist Vorsitzender
des Kolping-Ferienwerkes.

„In den letzten fünf Jahren hat sich die wirtschaftliche Situation auf dem Pferdeberg dermaßen stabilisiert, dass wir durch die erwirtschafteten Gewinne, die Verluste der Vorjahre weitestgehend abgebaut haben.“ Neben Eigenmitteln wird der Bau des Fe­riencamps mit Fördermitteln von Bund, Land und Toto-Lotto-Stiftung unterstützt sowie durch eine Kreditaufnahme bei der Sparkasse Duderstadt.

„Wir sind wirtschaftlich gut aufgestellt!“

Rechnet Bechtold alle Bauvorhaben zusammen, dann werden auf dem Pferdeberg in den kommenden Jahren rund 2,5 Millionen Euro investiert. Ob ihm dies Angst mache? Darauf antwortet  Klaus Bechtold schmunzelnd: „Überhaupt nicht. Wir sind wirtschaftlich gut aufgestellt. Die Zimmerrenovierungen,   350 000 Euro haben wir eingeplant, werden wir durch 50 Prozent der jährlichen Abschreibungen über die nächsten Jahre finanzieren, ohne zusätzliche Kredite aufnehmen zu müssen.“

Edmund Deppe