05.10.2017

300 Jahre St. Michael

Mit einer Vesper feierte die St.-Marien-Gemeinde Seesen am Fest des Erzengels Michael das Kirchweihjubiläum der St.-Michael-Kirche. Im Jahre 1717 wurde sie im damaligen Amt Bilderlahe geweiht.

Stefan Lampe predigt von
der Kanzel, die noch aus der
Bauzeit der Kirche stammt.

Bilderlahe. Direkt neben dem Amtsdomänenhof  wurde unter dem Hildesheimer Bischof Joseph Clemens (1671–1723) die St.-Michael-Kirche erbaut. „Sie ist für viele Generationen ein Ort des Trostes, der Freude und des Glaubens gewesen“, begrüßte Dechant Stefan Lampe die Festgemeinde. „Und das soll auch in Zukunft so bleiben.“

In seiner Predigt von der Kanzel herab, die noch aus der Bauzeit der Kirche stammt, wies Lampe auf das hohe technische Verständnis der damaligen Handwerker hin. „Durch den Schalldeckel oberhalb der Kanzel kann man die Worte von hier oben überall im Kirchenschiff hören – ganz ohne Mikrofon und Lautsprecher. Eine Meisterleistung.“
 

Erst im Frühjahr wurde die
umfangreiche Renovierung
der Kirche beendet.

In Grußworten von den evangelischen Schwestergemeinden und den örtlichen Vereinen wurde deutlich, dass hier Ökumene gelebt wird und St. Michael einen festen und geachteten Platz im Ort einnimmt.

Der Landtagsabgeordnete Rudolf Götz (CDU) erinnerte sich noch daran als seine Familie nach Seesen zog und er von seinem Fenster aus die kleine Kirche erblickte. „Am nächsten Morgen bin ich direkt dorthin gefahren“, erzählte er. Damit begann eine lange und intensive Beziehung zu dieser Kirche. „Und 1975 wurden meine Frau und ich hier ökumenisch getraut. Das verbindet. Es war die erste ökumenische Trauung hier und es war schwierig, dafür einen katholischen Priester zu finden. Zum Glück haben sich die Zeiten geändert“, betonte Götz.

Edmund Deppe