08.12.2011

Neuer Vatikan-Botschafter in Irland

Auf schwierigem Posten

Charles John Brown (52), bisher Mitarbeiter der vatikanischen Glaubenskongregation, ist von Papst Benedikt XVI. zum neuen Apostolischen Nuntius in Irland ernannt worden. Brown bekommt damit einen der schwierigsten Diplomatenposten, den die Kirche derzeit zu vergeben hat: Die Beziehungen zwischen Irland und dem Vatikan sind derzeit äußerst gespannt.

Brown stammt  aus New York und ist Nachfolger des italienischen Erzbischofs Giuseppe Leanza (68), der im September als Botschafter nach Prag versetzt wurde. Der Papst erhebt Brown zugleich in den für Botschafter üblichen Rang eines Erzbischofs.

Das Verhältnis zwischen dem Heiligen Stuhl und Irland galt zuletzt infolge des Missbrauchsskandals als getrübt. Das irische Außenministerium hatte Anfang November die Schließung der Botschaft beim Heiligen Stuhl in Rom angekündigt. Als offiziellen Grund gab die Regierung Sparzwänge an; die diplomatische Vertretung soll künftig von einem nicht in Rom ansässigen Diplomaten übernommen werden.

Browns Vorgänger Leanza war Ende Juli nach Rom zurückberufen worden, nachdem der irische Ministerpräsident Enda Kenny dem Vatikan eine Behinderung der staatlichen Strafverfolgung von Kinderschändern vorgeworfen hatte. Vorausgegangen war die Veröffentlichung des „Cloyne Reports“ über Fälle sexuellen Missbrauchs in der irischen Diözese Cloyne. Offiziell war Leanza einbestellt worden, um den Vatikan bei der Erarbeitung einer Antwort auf eine Anfrage der irischen Regierung zu diesen Vorwürfen zu unterstützen. Schon zuvor war spekuliert worden, dass er nicht auf seinen Botschafterposten zurückkehren werde.

 Brown studierte unter anderem in Indiana, Toronto, Oxford und Rom Geschichte und Theologie. 1994 wurde er als Mitarbeiter an die Glaubenskongregation nach Rom berufen. Seit 2009 ist er zudem Beigeordneter Sekretär der Internationalen Theologenkommission.
(kna)