20.12.2017

Beraterstab mit neuer Leitung

Das Bistum Hildesheim beginnt mit der Umsetzung der Empfehlungen aus dem kürzlich vorgestellten  IPP-Gutachten. Der Bischöfliche Beraterstab zu Fragen sexuellen Missbrauchs im Bistum erhält eine unabhängige Leitung.

Diözesanadministrator Weihbischof Dr. Nikolaus
Schwerdtfeger mit Andrea Fischer und Domkapitular
Martin Wilk (von links). | Foto: bph

Hildesheim (bph). Ab Januar 2018 wird die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer an der Spitze des Beraterstabs zu Fragen sexuellen Missbrauchs stehen. Die Katholikin, die als Finanzdezernentin der Region Hannover tätig ist, wird das Amt ehrenamtlich ausüben. Ihr soll ein hauptamtlicher Referent für den Beraterstab zur Seite stehen, der von der Hauptabteilung Personal/Seelsorge entkoppelt ist. Das Bistum wird diese neu geschaffene Stelle in Kürze ausschreiben.

Diözesanadministrator Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger ist sehr dankbar für die Bereitschaft von Andrea Fischer, den Vorsitz des Bischöflichen Beraterstabes zu Fragen sexuellen Missbrauchs zu übernehmen: „Frau Fischer ist eine kluge und starke Persönlichkeit mit vielfältiger beruflicher Erfahrung. Als Autorin des Sondergutachtens zu Missbrauchsfällen am Berliner Canisius-Kolleg verfügt sie auch über Expertise in Bezug auf die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im kirchlichen Bereich. Ich bin froh, dass wir sie für dieses wichtige Amt gewinnen konnten.“

Geplant ist zudem, den Beraterstab mit externen Fachleuten zu verstärken und damit weiter aufzuwerten. Diesbezüglich ist die Diözese gegenwärtig auf der Suche nach entsprechend qualifizierten Personen, die als Ansprechpartner für Verdachtsfälle des sexuellen Missbrauchs in fünf verschiedenen Regionen des Bistums angesiedelt sind.

Außerdem wird im Bischöflichen Generalvikariat eine neue Rahmenordnung erarbeitet, die alle Verfahrenswege im Umgang mit Verdachtsfällen sexualisierter Gewalt klar regelt und für alle Einrichtungen des Bistums gültig sein wird, die mit Kindern, Jugendlichen oder erwachsenen Schutzbefohlenen zu tun haben.

Die genannten Maßnahmen dienen dazu, die Diözese im Umgang mit sexuellem Missbrauch besser aufzustellen. Sie folgen aus den Empfehlungen des Gutachtens zu Fällen von sexualisierter Gewalt im Verantwortungsbereich des Bistums Hildesheim, das das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) aus München erstellt hat.

„Dank der Empfehlungen des IPP-Berichts ist es möglich, die bisher bereits geleistete gute Arbeit des Bistums Hildesheim zur Prävention und Intervention weiterzuentwickeln und zu professionalisieren. Es ist mir eine Ehre, dabei mitzuhelfen“, sagt Andrea Fischer.
Zur Umsetzung der Empfehlungen aus dem IPP-Bericht ist eine Steuerungsgruppe gebildet worden, die vor einigen Wochen ihre Arbeit aufgenommen hat. Ihr steht Domkapitular Martin Wilk vor, der Leiter der Hauptabteilung Personal/Seelsorge im Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim.

Weitere Mitglieder sind Stephan Garhammer (Hauptabteilung Personal/Seelsorge), Dr. Markus Güttler (Kirchenrechtler und Leiter der Hauptabteilung Personal/Verwaltung), Joanna Konopinska (Juristin), Jutta Menkhaus-Vollmer (Präventionsbeauftragte des Bistums) und Sr. Dr. Ancilla (Martina) Schulz (Ärztin und Ansprechpartnerin für Verdachtsfälle des sexuellen Missbrauchs).