27.02.2011

KiZ-Tipp: Karneval in Braunschweig

Brunswiek Helau!

Wussten Sie schon, dass an der Oker Jahr für Jahr der Teufel ausgetrieben wird? Immer am Sonntag vor Rosenmontag? Und das bereits seit dem Jahr 1293?

So sieht er aus – der Wagen der Kinder- und Jugendhilfe St. Nikolaus. Mit ihm ist die Caritas-Einrichtung beim größen Karnevalsumzug Norddeutschlands dabei. Foto: privat
So sieht er aus – der Wagen der Kinder- und Jugendhilfe St. Nikolaus. Mit ihm ist die Caritas-Einrichtung beim größen Karnevalsumzug Norddeutschlands dabei. Foto: privat

Braunschweig (wal). Das „Waffenarsenal“ zur Vertreibung im Jahr 2011: 15 Tonnen Bonbons, 25-400 Päckchen Papiertaschentücher, 50-000 gefüllte Kekse, 15 000 kleine Tafeln Schokolade, 100-000 Schaumwaffeln und 250 Kilogramm Lollis. Keine Frage, dass der Leibhaftige da Fersengeld gibt. Sie ahnen es schon: Es geht um einen Karnevalsumzug, den größten in Norddeutschland. „Schoduvel“ heißt das Spektakel in Braunschweig – ein Begriff, der aus dem Mittelniederdeutschen abgeleitet ist: „Scho“ steht für „verscheuchen“, „duvel“ für den Teufel. Und mit ihm sollen auch gleich Winter und Kälte ausgetrieben werden.

Vor allem durch Lärm – beziehungsweise Musik: 52 Musikzüge mit etwa 1800 Spielleuten sind dabei. 67 Motivwagen nehmen Ereignisse närrisch aufs Korn (dem Vernehmen nach geht es auch um einen nicht unbedeutenden Autobauer aus der Region). Zwischendrin noch Tanzgarden mit Tanzmariechen und andere Karnevalsgruppen mit über 5800 Närrinnen und Narrhalesen.  Das zieht sich: Nach Berechnungen des Zugmarschalls –  des Mannes an der Spitze – wird der Zug eine Länge von 6,5 Kilometern haben.

Ein Dreigestirn gibt es auch: den Prinzen von der  Karnevalvereinigung der Rheinländer, den Bauern der Mascheroder Karnevalgesellschaft „Rot-Weiß“ und Till Eulenspiegel, der die Braunschweiger Karneval-Gesellschaft repräsentiert. Die drei Gesellschaften sind Veranstalter des Umzugs.

Die Tradition des Straßenkarnevals ist längst nicht so alt wie der Schoduvel selbst: Erstmals 1979 zogen Kinder verkleidet durch Braunschweig. Vier Wagen sind daher Jahr für Jahr für Kinder reserviert – einer davon für die Kinder- und Jugendhilfe St. Nikolaus. Wenn Sie einen Wagen mit Fischen, Schildkröten, Seesternen und -pferdchen sehen, auf dem sich Piraten und Nixen herumtreiben – dann ist das der der Caritas-Einrichtung.