Mit einer App können Einheimische oder Touristen Gotteshäuser in der Umgebung erkunden

Das Smartphone als Kirchenführer

Sie besuchen gerne Kirchen? Sie besitzen ein Smartphone? Dann könnte die Kirchen-App genau das Richtige für Sie sein.

Die kleine Zusatzsoftware fürs Handy zeigt Ihnen nicht nur die bekanntesten Kirchen in Ihrer Umgebung an, sondern liefert für ausgesuchte Gotteshäuser auch gleich einen kostenlosen Audioguide mit.

Bildschirmfoto der Kirchen-App

Manchmal, aber nur manchmal sind uns unsere evangelischen Brüder und Schwestern doch glatt eine Nasenlänge voraus ;-). Vor allem, was die zeitgemäße, mediale „Vermarktung“ christlicher Schätze angeht, machen sie, so könnte man meinen, doch zuweilen manches besser, flotter und schicker als unser manchmal leider eher träges (dafür natürlich umso viel größeres) katholisches „Mutterschiff“. So denke man einfach mal an das recht erfolgreiche Bibel TV, das sich jüngeren Umfragen zufolge auch immer mehr Nicht-Christen anschauen sollen. Oder das ansehnlich gemachte (inhaltlich aber doch recht beliebige) Magazin Chrismon. Auch bei der Präsentation ihrer Gotteshäuser liegen die evangelischen Christen mit ihrer Kirchen-App (leider nur für Android und iOS, nicht aber für Windows) ziemlich weit vorn. Die Applikation der EKD, die sich in der sogenannten Browser-Version übrigens auch gut über jeden gewöhnlichen PC oder ein Notebook steuern lässt, wurde bereits 2015 mit dem Innovationspreis „Deutschland – Land der Ideen“ der Bundesregierung und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) ausgezeichnet.

Laut EKD wurde die App entwickelt, um so die dort erfassten 4.600 Kirchengebäude – egal ob gotisch, barock oder modern - besser „touristisch-missionarisch“ zu erschließen. Der Clou: Für etliche Kirchen gibt es für den Nutzer, der zum Beispiel gerade live und vor Ort ein Gotteshaus begeht, sogar einen Audio-Guide, der einen über die wichtigsten historischen und architektonischen Daten informiert. Für manche touristisch besonders gefragten Kapellen oder Kathedralen – etwa die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin, die viele Hauptstädter aufgrund ihrer merkwürdigen Bauform gerne „Lippenstift und Puderdose“ nennen – wurden sogar kurze Videos ins Netz gestellt.

"Lippenstift und Puderdose"

Darüber hinaus erfährt der Nutzer über die App, ob die gerade besichtigte Kirche eventuell irgendwelche kunsthistorische Kostbarkeiten enthält. Per Umkreissuche, die natürlich nur bei eingeschaltetem GPS (Satellitenortung) funktioniert, können Einheimische oder Touristen, egal wo sie sich gerade in der Republik aufhalten, leicht das nächstgelegene evangelische Gotteshaus finden. Ein digitales Datenblatt informiert über Öffnungszeiten und Gottesdienste und verlinkt zur jeweiligen Gemeinde.

Der schnellste Weg zur nächsten (evangelischen) Kirche per Satellitenortung (Screenshot: EKD, KirchenApp)

Da wir Katholiken – Hand aufs Herz -  ja vor allem im Süden und Westen der Republik nun mal über oft viel schönere und architektonisch auch wesentlich beeindruckende Sakralbauten verfügen, finde ich, wir sollten da nachlegen. Also liebe Bischofskonferenz, entweder Sie beauftragen nun selbst ein Team mit der Entwicklung einer entsprechenden Software. Oder aber, fast besser noch, Sie rufen einfach mal an bei der EKD und fragen nach, ob wir nicht zukünftig gemeinsame Sachen machen wollen. Das wäre mal gelebte Ökumene, findet

Ihr Webreporter Andreas Kaiser