21.12.2017

Dienst am Heiligabend

Am Heiligabend leisten die Sanitäter der Malteser Dienst in der Klosterkirche Riddagshausen. Alljährlich besuchen bis zu 3000 Menschen in der ehemaligen Zisterzienser-Abtei die drei Gottesdienste am 24. Dezember.

Frank Stautmeister und Ismail Basar vom Malteser
Hilfsdienst bei einem ihrer Sanitätsdienste am Heiligabend
in der Klosterkirche Riddagshausen. | Foto: privat
 

Während normaler Gottesdienste sind keine Rettungssanitäter in Kirchen, bei den drei Weihnachtsgottesdiensten an Heiligabend in der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Riddagshausen schon. Seit über fünf Jahren sorgen die Sanitäter der Malteser dafür, dass bei Notfällen Gottesdienstbesucher sofort medizinisch versorgt werden.

„Meist werden in den evangelischen Kirchen die Johanniter angefordert“, sagt Frank Stautmeister, Stadtbeauftragter beim Malteser Hilfsdienst in Braunschweig. Dieser Kontakt kam über die ehemalige Pfarrsekretärin Heidemarie Müller zustande, die als Organisatorin des Dorffestes in Riddagshausen die Malteser schon kannte.

Freiwillige für den Kirchendienst gibt es immer

Sie würden sich Sorgen machen, weil an Heiligabend die Kirche immer rappelvoll sei und so viele Menschen eng zusammensitzen. „Die Gottesdienstbesucher kommen an Heiligabend auch aus dem östlichen Ringgebiet und laufen vom Prinzenpark zu uns. Selbst Gäste aus Wolfenbüttel sind keine Seltenheit“, sagt Kirchenvogt Jürgen Sackmann. Denn in Riddagshausen selbst wohnen nur etwa 450 Menschen.

„Ich war bei der Anfrage erst skeptisch, habe dann rundgefragt“, erzählt Stautmeister. Sicher sei der 24. Dezember von 14 bis 19 Uhr kein Traumtermin für die Ehrenamtlichen. Es haben sich jedoch immer Freiwillige zum Dienst gemeldet.

Eine Besonderheit ist für ihn das Picknick in einer kleinen Ecke des Gotteshauses. „Es gibt immer Kartoffelsalat und Würstchen. Für viele ist das ja ein übliches Essen an Heiligabend“, weiß Stautmeister.

Die Rückmeldungen von der Gemeinde und den Gottesdienstbesuchern waren bisher alle sehr positiv. Nur über eine Reaktion hat er sich geärgert. Nach einem Gottesdienst wurde in einer E-Mail zwar der Einsatz gelobt, das Rettungsfahrzeug solle jedoch in Zukunft unauffällig geparkt werden. „Diese ,wasch mich, aber mach mich nicht nass`-Mentalität finde ich respektlos.“

Stautmeister war die ersten Jahre selbst dabei. Auch dieses Jahr ist er wieder mit von der Partie. „Ich kann die Zeit sinnvoll nutzen. Meine Frau ist OP-Schwester und hat an diesem Tag Bereitschaft. Da bin ich dann einfach auch in Bereitschaft“, freut er sich.

Sabine Moser