24.11.2017

Drei Gründe für das Zentralkomitee

An diesem Wochenende tagt die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken – unter anderem wird ein neuer Vorstand gewählt. Sieben Mitglieder aus dem Bistum Hildesheim gehören dem ZdK an.  Warum sie sich engagieren, haben sie der KirchenZeitung verraten. Von Rüdiger Wala

Dr. Maria Flachsbarth

Ich engagiere mich im ZdK, weil ...

hier innerhalb der katholischen Kirche Demokratie gelebt wird – als christdemokratische Parlamentarierin möchte ich eine Brücke sein zu den engagierten Katholiken;
... ich auch in meiner Kirche die Gleichberechtigung von Frauen und Männern fordere, die ich auf gesellschaftlicher Ebene mehr und mehr erlebe – wenn auch noch immer nicht genug. Ich setze mich dafür ein, den sakramentalen Diakonat für Frauen zu öffnen, und danke dem ZdK, dass wir dieses Anliegen gemeinsam vertreten;
... ich dort Bestärkung erfahre, auch weiterhin mein politisches Handeln am Glauben wie an einer Leitschnur auszurichten.

Dr. Maria Flachsbarth, Hannover, gewählt von der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Organisationen Deutschlands

 

Gabriele Erpenbeck

Ich engagiere mich im ZdK, weil ...

... es eine wichtige Stimme der Laien in der katholischen Kirche ist und gleichzeitig die Vielfalt in unserer Kirche in Deutschland umfassend widerspiegelt;
... es die katholischen Überzeugungen in wichtigen Fragen für unser Leben in Politik und Gesellschaft öffentlich und nachhaltig zur Sprache bringt;
... es ein Ort ist, an dem die für unsere Gesellschaft unerlässliche  ökumenische Zusammenarbeit und interreligiöse Dialog gepflegt wird.

Gabriele Erpenbeck, Hannover, gewählt als Einzelpersönlichkeit

 

Monika von Palubicki

Ich engagiere mich im ZdK, weil ...

... ich die Chance sehe, mich in diesem Gremium dafür einzusetzen, dass unsere Kirche die Berufungen von Frauen ebenso ernst nimmt wie die der Männer und auf allen Ebenen Frauen das „Gemeinsam Kirche sein“  mitgestalten können. Geschlechtergerechtigkeit darf nicht an der Kirchentür aufhören;
... die Vernetzung mit den anderen Mitgliedern zum Erweitern der eigenen Sichtweise beiträgt und Anliegen wie eine Neuordnung des Rentensystems, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement gemeinsam vorangebracht werden können;
... das höchste Laiengremium sowohl in unserer Kirche als auch in Politik und Gesellschaft gehört wird und  dazu beitragen kann, dass Bedingungen für ein gutes Leben für alle geschaffen werden.

Monika von Palubicki, Nordstemmen, gewählt von der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Organisationen Deutschlands

 

 

Winfried Quecke

Ich engagiere mich im ZdK, weil ...

... ich hier die ganze Bandbreite katholischen Lebens in Deutschland erfahre: Diözesanräte und Verbände, Hilfswerke und geistliche Gemeinschaften sowie spannende Einzelpersönlichkeiten. Wer da nicht mitmacht als Organisation, die sich katholisch nennt, ist selber schuld!
... das ZdK aus vielen interessanten Menschen besteht: ob Pfarrhaushälterin, Parlamentarierin oder Professorin, schwarzafrikanischer Katholik, Soldat oder niederbayrischer Landwirt. Dazu viel berufliche Qualifikation und unterschiedliche Spiritualitäten: eine bunte Mischung! Und alle gewählt;
... wir als Laien den Bischöfen unsere Kirche nicht allein überlassen können. Das gilt schon seit 1848 (womit das ZdK älter ist als andere Zent­ralkomitees in der Geschichte). Und diese Tradition demokratischer Mitwirkung von Katholiken in Kirche und Gesellschaft nichts von ihrer Aktualität verloren hat.

Winfried Quecke, Hannover, gewählt vom Diözesanrat Hildesheim

 

 

Carola Stieglitz

Ich engagiere mich im ZdK, weil ...

... ich als Mitglied vom Diözesanrat des Bistum Hildesheim gewählt worden bin – Demokratie fördern;  
... die Kirche in Deutschland nicht nur ein Sprachrohr der Bischöfe haben darf, sondern über 150 Jahre Vernetzung der Laien ein starkes Zeichen ist – Laien übernehmen Verantwortung;  
... die Kirche mehr als nur die Kirche im Dorf ist, sondern einen Schatz an Vielfalt bietet: dazu zählen Diözesanräte, Verbände, Hilfswerke – Teil von etwas Großem …

Carola Stieglitz, Hannover, gewählt vom Diözesanrat Hildesheim

 

 

Professor Dr. Heinrich Detering

Ich engagiere mich im ZdK, weil ...

... die Kirche auch aus der Arbeit der Laien lebt, und zwar ohne falsche Konkurrenzen und überflüssige Frontstellungen;
... ich aus meinen Erfahrungen als ein täglich auch mit Fragen von Glaube und Religion(en) befasster Wissenschaftler und Schriftsteller und als aktives Gemeindemitglied heraus einen Beitrag zur Vielstimmigkeit dieses Gremiums leisten möchte;
... ich mich über diese Vielstimmigkeit freue und aus ihr neue Impulse empfange.

Professor Dr. Heinrich Detering, Göttingen, gewählt als Einzelpersönlichkeit

 

Miriam Albers

Ich engagiere mich im ZdK, weil ...

... das ZdK mit einer Stimme die Breite des Katholizismus zu repräsentieren sucht  – das ein spannendes Ringen um Positionen ist. Obwohl mitunter das ZdK nicht meine Meinung repräsentiert, wie aktuell beim Votum gegen die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes für ein drittes Geschlecht.
... die Stimme der Diözesanräte als Sprachrohr der Situation vor Ort weiterhin Gewicht behalten müssen.
...weil der Deutsche Katholikentag ein unverzichtbares Glaubensstatement in einer religiös bunter werdenden Gesellschaft ist.

Miriam Albers, Goslar, gewählt vom Diözesanrat Hildesheim