23.07.2011

KiZ-Tipp: Eulenspiegel-Museum in Schöppenstedt

Ein Museum für den Narren

Mit einer dreifachen Taufe, so heißt es, begann das Leben des Narren Till Eulenspiegel. Nach der christlichen Taufe wurde angeblich so kräftig gefeiert, dass die Amme mit dem Baby betrunken in einen schmutzigen Bach fiel. Also musste Eulenspiegel zu Hause gewaschen werden. „Da ward Ulenspiegel eins Tags dreimal geteufft, einmal im Tauf, einmal in der Lachen und eins im Kessel mit warmen Wasser.“

Der Erweiterungsbau des Till-Eulenspiegelmuseums soll in seiner Form an eine Narrenkappe erinnern. Foto: Karen Ludwig/Museum
 Der Erweiterungsbau des Till-Eulenspiegel-Museums soll in seiner Form an eine Narrenkappe erinnern. Foto: Karen Ludwig/Museum

Schöppenstedt (vr). So steht es in dem Werk „Ein kurzweiliges Buch von Till Eulenspiegel aus dem Lande Braunschweig“. Um 1510 in Straßburg erstmals gedruckt, versammelt es mehr als 90 Geschichten über die Streiche des mittelalterlichen Spaßmachers, der um 1300 in Kneitlingen am Elm zur Welt gekommen sein soll. Das Buch wurde ein Bestseller und Till Eulenspiegel damit eine Berühmtheit.

Ob es ihn tatsächlich gegeben hat, steht nicht fest. Ein Museum für den Schalk dagegen existiert: in Schöppenstedt im Kreis Wolfenbüttel, nur wenige Kilometer vom mutmaßlichen Geburtsort entfernt. Mehr als 10 000 Gäste zählt das Till-Eulenspiegel-Museum nach eigenen Angaben jährlich. Besucher können in einer Dauerausstellung den Inhalt des Eulenspiegel-Buches kennenlernen und der Frage nachgehen, wer der Verfasser der närrischen Anekdoten gewesen sein könnte.

Die Schau gibt Antworten darauf, welche Bedeutung die Narrenkappe im Mittelalter hatte und wie der Eulenspiegel-Stoff in der Literatur, der Musik sowie auf der Bühne, im Film und in der bildenden Kunst Eingang fand. So zeigt das Museum Lithografien von  A. Paul Weber mit Darstellungen des Schelms.

„Jeder hat ein Bild über Eulenspiegel im Kopf“, sagt Museumsleiterin Charlotte Papendorf. „Dieses Bild wird sich mit einem Besuch bei uns ändern. In der Eulenspiegel-Figur steckt viel mehr, als man aus Kinderbüchern erfahren kann.“ Zu den absoluten Raritäten des Museums zählt Charlotte Papendorf eine Ausgabe des Eulenspiegel-Buches aus dem Jahr 1555 und Eulenspiegel-Figuren aus Meißner Porzellan.

Darüber hinaus ist das Museum Start und Ziel des Eulenspiegel-Wanderwegs. Er führt an Stellen vorbei, an denen der Narr seine Streiche gespielt haben soll. Eine Station ist auch Eulenspiegels Geburtsort Kneitlingen.

Reichlich Forschungsliteratur über den Spaßmacher steht im Eulenspiegel-Archiv bereit. Es ist dem Museum angegliedert und kann nach Anmeldung von Studenten genutzt werden.

Till-Eulenspiegel-Museum, Nordstraße 4a, 38170 Schöppenstedt; Telefon: 0 53 32/61 58; Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr; Eintrittsprei-se: Erwachsene 2 Euro, Kinder und Schüler 90 Cent; E-Mail: info@eulenspiegel-online.de; www.eulenspiegel-online.de