25.10.2017

Eine Torarolle als Dankeschön

Über ein nachträgliches Geschenk zu seinem 75. Geburtstag konnte sich Bischof Norbert Trelle freuen. Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, gratulierte Trelle und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit in den Jahren seiner Amtszeit als Hildesheimer Bischof.

Bischof Norbert Trelle (links) freut sich über die Torarolle,
die Michael Fürst ihm als Geschenk der jüdischen
Gemeinden mitgebracht hat. | Foto: Edmund Deppe

Bei verschiedenen Gelegenheiten sind sich Bischof Norbert Trelle und Michael Fürst immer wieder begegnet, bei Trelles Besuch in  jüdischen  Kultusgemeinden oder bei einem Treffen mit Religionsvertretern im Bischofshaus in Hildesheim.

Michael Fürst kam nicht mit leeren Händen. „Ich habe ihnen ein Geschenk mitgebracht, eine kleine Torarolle“, sagte Fürst und übergab Bischof Trelle die auf einem Lesepult liegende Rolle, die die gesamten fünf Bücher Mose beinhaltet – auf Hebräisch.

„Die Rolle ist genau bis an die Stelle gedreht und markiert, wo der Wochentext Ihrer Geburt steht. Es ist der Wochenabschnitt Nizawim, Kapitel 30, Psukim 11 bis 16“, erklärt der Vorsitzende der jüdischen Gemeinden. „Nach der uns geläufigen Auflistung der biblischen Bücher ist dies das 30. Kapitel im Buch Deuteronomium, die Verse 11 bis 16“, weiss der Bischof.

Es war immer ein gutes Miteinander

Trelle bedankte sich für das Geschenk, das mit einer Plakette versehen ist, die an seinen 75. Geburtstag erinnert, und für das gute Miteinander zwischen dem Bistum Hildesheim und den jüdischen Gemeinden.

Als Fürst den Mechanismus der Rolle erklärte, ließ es sich Trelle nicht nehmen, gleich einmal auszuprobieren, ob sich die Tora auch tatsächlich weiterdrehen lässt – mit Erfolg.

Edmund Deppe