19.04.2017

Bischof Anba Damian setzt besonderes Zeichen

Hass nicht mit Hass beantworten

Angesichts von Terror und Gewalt rufen die norddeutschen Bischöfe in ihren Osterbotschaften zu Frieden und Versöhnung auf. Ein besonderes Zeichen setzt dabei der koptische Bischof für Deutschland, Anba Damian.

Bischof Anba Damian
Setzt sich trotz Gewalt in Ägypten
für Versöhnung ein: Bischof Anba Damian.
| Foto: kna

Wenige Tage nach den Anschlägen auf zwei koptische Kirchen in Ägypten, bei denen 46 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt wurden, warb Damian für ein friedliches Miteinander in Liebe, Freiheit, Toleranz und gegenseitigem Respekt. Hass dürfe nicht mit Hass beantwortet werden. „Wir bleiben fest in unserem Glauben, in unserer Liebe und in unserer Hoffnung.“ Christen müssten ihre Welt vor Gewalt und Zerstörung bewahren.

Der Koptenbischof rief zum Gebet für die bedrohten Christen in Ägypten auf. „Wir beten für sie, dass sie stark bleiben und ihr Leben in Zeiten der Bedrohung und Gewalt meistern.“ Zudem dankte der Bischof für Solidarität und Hilfe nach den Anschlägen vom 9. April. Gebetet werden solle auch für die Gewalttäter, „dass ihre Herzen das Böse erkennen und sich zum Guten wenden“, erklärte Damian. Kein Kind werde als Gewalttäter geboren, sondern als Ebenbild Gottes. „Wir beten dafür, dass alle Menschen von klein auf Barmherzigkeit erfahren und nicht den Weg der Gewalt gehen, sondern Jesus nachfolgen.“

Dienstsitz des Diözesanbischofs für Deutschland ist das koptisch-orthodoxe Kloster im westfälischen Höxter an der Weser.


Gott lässt die Menschen nicht allein

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat in seiner Osterbotschaft zur Verantwortung und zum Respekt gegenüber der Schöpfung und den Menschen aufgerufen. Die Welt scheine heute durch Kriege, Hunger und Anschläge aus den Fugen zu geraten, sagte Bode im Osnabrücker Dom. Menschen bereicherten sich egoistisch auf Kosten des größeren Teils der Menschheit. Sie wüteten todbringend in der Schöpfung „auch im Namen pervertierter Religion“. Doch auch angesichts der Spannungen in der heutigen Welt vermittle die Osterbotschaft von der Auferstehung Jesu Christi Zuversicht und Hoffnung. Gott lasse die Menschen nicht allein.


Menschenwürde in den Mittelpunkt rücken

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße bezeichnete Ostern als „Begründung und Einladung dafür, die Kultur des Humanen zu bewahren und zu stärken“. Aus der Siegesfeier des Lebens über den Tod entstehe auch der Auftrag, „hier und heute dem zu dienen, was Leben fördert“,sagte Heße in seiner Osterbotschaft. Eine Perspektive, die die Wahrung der Menschenwürde in den Mittelpunkt rückt, sei weder Luxus noch naiv.