01.11.2011

KiZ-Tipp: Weltkulturerbe Rammelsberg bei Goslar

Industriekultur über und unter Tage

Wer einen Einblick in die Geschichte des Bergbaus bekommen möchte, muss nicht bis ins Ruhrgebiet reisen. Ein Ausflug an den Nordrand des Harzes reicht bereits aus. Am südlich von Goslar gelegenen Rammelsberg betrieb man etwa tausend Jahre lang Bergbau. Nach der Stilllegung des Erzbergwerkes im Jahr 1988 wurde die Anlage in ein Besuchsbergwerk und ein Bergbaumuseum umgewandelt.

Der Grubenbahnhof des ehemaligen Bergwerks Rammelsberg. Besucher gelangen mit der Grubenbahn unter Tage. Foto: Weltkulturerbe Rammelsberg
Der Grubenbahnhof des ehemaligen Bergwerks Rammelsberg. Besucher gelangen mit der Grubenbahn unter Tage. Foto: Weltkulturerbe Rammelsberg

Goslar (vr). Zwischen 90 000 und 100 000 Menschen besuchen jährlich die ehemalige Zeche, die gemeinsam mit der Goslarer Altstadt seit 1992 zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. „Man kann hier eines der ältesten und berühmtesten Bergwerke der Welt kennenlernen“, sagt Museumspädagogin Gesine Reimold.

Die Mitte der 1930er-Jahre entworfene Erzaufbereitungsanlage der einstigen Zeche stammt von den Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer. Sie erstreckt sich über sieben Etagen direkt am Berghang. Ein weithin sichtbares Zeichen des Bergbaus ist das Fördergerüst des Rammelsberg-Schachtes. Zu den Anlagen übertage gehören auch das Magazingebäude, das Verwaltungsgebäude und der Grubenbahnhof. Besucher gelangen über die ehemalige Lohnhalle der Bergleute ins Museum.

Dauerausstellungen sind der Bergbaugeschichte der Region und dem traditionellen Beruf des Bergmanns gewidmet. Zu sehen ist auch ein Gebetbuch, das ein Pfarrer im 18. Jahrhundert speziell für die Bergleute verfasst hat. Thema einer weiteren Schau ist die Geologie des Rammelsbergs. Außerdem werden die bergbaulichen Erkenntnisse Goethes vermittelt. Der Dichter hat von 1777 bis 1784 als Bergbaukommissar den Harz bereist.

In der ehemaligen Kraftzentrale des Bergwerks ist neben Kompressoren, die die Anlage früher mit Strom versorgten, das Kunstwerk „Package on a hunt“ von Christo und Jeanne-Claude zu sehen. Der verhüllte Erzförderwagen ist eine Dauerleihgabe des Goslarer Mönchehaus-Museums.

Die Führungen ins Bergwerk beginnen und enden in der ehemaligen Mannschaftskaue, in der sich die Bergleute vor ihrer Schicht umzogen. Besucher können das Stollensystem mit seinen Schächten und Wasserrädern zu Fuß erkunden oder mit der Grubenbahn einfahren und die Arbeitswelt des Bergbaus kennenlernen.

Ab dem 24. November ist eine Foto-Sonderausstellung zu sehen, gezeigt werden Harzer Bahnhöfe. Am 10. und 11. Dezember lädt das Museum zum Lichterfest ein. Dabei wird unter anderem der Röderstollen mit Kerzen hell erleuchtet. Es gibt einen Weihnachtsmarkt unter und über Tage, weihnachtliche Musik und ein Programm für Kinder. Der Vorverkauf hat bereits begonnen.

Geöffnet ist das Weltkulturerbe täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Eine Tageskarte für das Museum kostet für Erwachsene 6,50 Euro, für Kinder und Jugendliche 4 Euro. Adresse: Bergtal 19, 38640 Goslar, Telefon: 0 53 21/75 00, Internet: www.rammelsberg.de