07.09.2017

Keine Gewaltverherrlichung

Vor 650 Jahren besiegten die zahlenmäßig unterlegenen Hildesheimer Truppen das übermächtige Welfenheer in der Nähe des Dorfes Dinklar.  In einem Gottesdienst wurde den Opfern der Schlacht gedacht.

Eine Begegnung der besonderen Art: Bischof
Norbert Trelle und Ritterdarsteller Gunthard
Schleipen. | Foto: Gossmann/bph

Dinklar (kiz). Vor 650 Jahren fand die Schlacht bei Dinklar statt.  Aus diesem Grund feierte der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle in Dinklar einen Gottesdienst. Die Schlacht gehöre zum kulturellen Gedächtnis der Menschen in der Region und dürfe deshalb auch gefeiert werden, sagte der Bischof und betonte: „Veranstaltungen wie diese dienen nicht der Verherrlichung von Gewalt.“ Es gehe nicht um eine Jubelorgie für Schlachtgetümmel, auch keine religiös verbrämte.

„Wir erinnern uns einer bedeutenden Schlacht mit vielen Opfern. Deshalb tun wir es in diesem Gottesdienst mit dem Gedenken an die Toten von damals“, so Trelle. Die Messfeier bildete den Auftakt eines vom Ortsrat und Heimatverein Dinklar organisierten, umfangreichen Jubiläumsprogramms, in dem unter anderem Szenen aus dem kriegerischen Aufeinandertreffen der Hildesheimer und Braunschweiger nachgestellt wurden.

Die Auseinandersetzungen der Hildesheimer Bischöfe mit ihren welfischen Nachbarn gehörten zu den Konstanten der Hildesheimer Bistumsgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Immer wieder kam es zu Streitigkeiten zwischen Braunschweigern und Hildesheimer Stiftsrittern.
Nach einem Einfall der Braunschweiger ins Bistumsgebiet kam es am 3. September 1367 bei Dinklar zur offenen Schlacht zwischen dem braunschweigischen Herzog Magnus dem Älteren und dem Hildesheimer Bischof Gerhard vom Berge (1365–1398).

Dabei sprach Bischof Gerhard seinen Soldaten durch das Zeigen des Gründungsreliquiars „Unserer Lieben Frau“ Mut zu. Das führte zu einer für unmöglich gehaltenen Wende der Schlacht zugunsten der Hildesheimer und zur Niederlage der überlegenen Welfenarmee.