15.06.2017

Konsolidierungskurs

Das Bistum Hildesheim hat 2016 einen Rekordüberschuss erzielt. Dennoch will die Diözese auf Sparkurs bleiben. Der Sinn dahinter: Es sollen Risiken abgesichert und Spielräume für neue Projekte geschaffen werden.

Das Bistum hat im zurückliegenden Jahr 32,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Bilanzvolumen stieg um 37,8 Millionen auf 303,6 Millionen Euro, die Kirchensteuereinnahmen lagen 1,3 Millionen Euro höher als im Vorjahr, das sind 0,9 Prozent mehr als in 2015. Der Diözesankirchensteuerrat hat dem Jahresabschluss 2016 des Bistums jetzt einstimmig zugestimmt.

Allgemeine Rücklage angestiegen

Trotz des positiven Jahresergebnisses bleibt das Bistum auf Konsolidierungskurs. Der hohe Überschuss beruhe im Wesentlichen auf einmaligen und teilweise nicht endgültigen Sondereffekten, die sich in den folgenden Jahren nicht wiederholen werden, erläuterte Finanzdirektor Helmut Müller. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben mussten die Versorgungsverpflichtungen neu berechnet werden, außerdem wurden bereits geleistete Vorauszahlungen für den Kirchensteuerausgleich mit anderen Bistümern teilweise zurückerstattet.

Obwohl es gelungen ist, die Allgemeine Rücklage auf 22,8 Millionen (Vorjahr 10,2 Millionen) zu steigern, sei das frei verfügbare Eigenkapital des Bistums noch immer zu gering, so Müller. „Wir müssen die Risikotragfähigkeit des Bistums weiter erhöhen“, sagte der Finanzdirektor.

Der Generalvikar des Bistums, Weihbischof Heinz-Günter Bongartz sagte, mittelfristig müsse angesichts des demografischen Wandels und zurückgehender Taufen mit sinkenden Kirchensteuereinnahmen gerechnet werden. Jetzt gelte es, Vorsorge für schlechtere Zeiten zu treffen und außerdem Handlungsspielräume für pastorale Projekte zu schaffen. Daher müssten trotz guter Jahresabschlüsse in verschiedenen Bereichen Sparmaßnahmen umgesetzt werden (die KiZ berichtete).

Insgesamt hat sich die finanzielle Lage der Diözese in den letzten 14 Jahren deutlich verbessert und es konnten Rückstellungen für diverse Verpflichtungen aufgebaut werden. Der Grund dafür: Im Jahr 2003 hatte der damalige Bischof Josef Homeyer die „Eckpunkte 2020“ in Kraft gesetzt und damit Sparmaßnahmen in nahezu allen Bereichen angestoßen. Zudem entwickelten sich die Kirchensteuern deutlich positiver als damals angenommen.

Stiftungen mit eigenen Zahlenwerken

Erstmals wird für das Jahr 2016 für die selbstständigen Körperschaften „Bistum Hildesheim“ und „Bischöflicher Stuhl“ getrennt Rechnung gelegt. Dies folgt einer Entscheidung von Bischof Norbert Trelle aus dem Jahr 2014. Auch für die größeren Bischöflichen Stiftungen werden im Geschäftsbericht eigene Zahlenwerke veröffentlicht.

Neu ist auch die Bilanzierung des Grundstücks- und Gebäudevermögens, das wesentlich in den Jahresabschluss des Bischöflichen Stuhls eingeflossen ist. Die Bilanz des Bischöflichen Stuhls weist ein Volumen von 175,6 Millionen Euro aus. Dahinter verbergen sich vor allem Grundstücke und Gebäude, die von Kirchengemeinden genutzt werden.

Durch die Trennung der Abschlüsse und die Bilanzierung der Grundstücke und Gebäude enthält das Testat der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für den Jahresabschluss 2016 des Bistums anders als in den Vorjahren zum Bestätigungsvermerk keine Einschränkungen mehr. Der Jahresabschluss 2016 des Bischöflichen Stuhls enthält ebenfalls einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Ausführlich informiert der Geschäftsbericht 2016 über die Jahresabschlüsse 2016. Er ist gerade erschienen und kann kostenlos bezogen werden bei:
Generalvikariat Hildesheim, Hauptabteilung Finanzen, Domhof 18–21, 31134 Hildesheim, Telefon 05121 / 307-401 oder im Internet: www. bistum-hildesheim.de.

Matthias Bode