27.03.2017

Anfrage

Laien in den USA


Wie sind Laien in US-amerikanischen katholischen Pfarreien eingebunden? Gibt es Pfarrgemeinderäte und Verwaltungsräte? A. M., 67549 Worms


Pfarrgemeinderäte (PGR) und Kirchenverwaltungen (KV) gibt es in US-amerikanischen katholischen Kirchengemeinden nicht. Dies sind deutsche Besonderheiten. In den USA gibt es aber in etwa drei Vierteln der rund 18.000 Pfarreien einen sogenannten „Parish Pastoral Council“ (PPC), einen Pfarreipastoralrat. Der begründet sich aus dem Kirchenrecht (CIC), das wiederum eine Idee des Zweiten Vatikanischen Konzils aufgreift:

„Wenn es dem Diözesanbischof nach Anhörung des Priesterrates zweckmäßig scheint, ist in jeder Pfarrei ein Pastoralrat zu bilden, dem der Pfarrer vorsteht; in ihm sollen Gläubige zusammen mit denen, die kraft ihres Amtes an der pfarrlichen Seelsorge Anteil haben, zur Förderung der Seelsorgetätigkeit mithelfen“ (Canon 536 §1).

Allerdings befassen sich die Pfarreipastoralräte fast nur mit seelsorglichen Fragen und Herausforderungen und beraten mit ihren Empfehlungen die Seelsorger der Gemeinde. Die praktische Umsetzung der Idee sieht naturgemäß etwas unterschiedlich aus.

Die Mitglieder der Pastoralräte werden nicht überall gewählt. Sehr oft klärt sich in einem gruppeninternen Prozess geistlicher Unterscheidung – „discernment“ genannt –, wer mitmacht.

Darüber hinaus sind Laien im Leben einer US-Pfarrei schon deswegen stark engagiert, weil es nicht so viele Hauptamtliche gibt. Zu einer US-Pfarrei gehört, wer sich dort beim Pfarrer meldet, in den Gottesdienst kommt und dort oft auch offiziell willkommen geheißen wird.

In großen Pfarreien gibt es bis zu 40, 50 Gruppen – als religiös motivierte Dienste „ministrys“ genannt. Da es an staatlichen Schulen keinen Religionsunterricht gibt, sind viele Laien in der Kinder- und Erwachsenenkatechese tätig; andere organisieren Feste, übernehmen caritative Aufgaben oder tragen durch Fundraising zur Finanzierung des Gemeindelebens bei.

Von Roland Juchem