19.04.2017

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

Marie Kleine
mein Mann hat mich ganz schön in die Bredouille gebracht. Unabsichtlich natürlich: Er hat mir letzten Nikolaustag eine teure Creme geschenkt. Und wie ich merkte, eine wirklich tolle, teure Creme. Nun war sie fast aufgebraucht und ich stand vor der Frage: Nachkaufen oder nicht nachkaufen? Sich was gönnen oder lieber etwas Sinnvolleres mit dem Geld machen? Natürlich habe ich schon ausgerechnet, was mich diese Creme monatlich und aufs Jahr gesehen beim derzeitigen Verbrauch im Durchschnitt kostet.

Jesus hat gesagt: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Ich habe bisher Nächstenliebe immer so verstanden, dass ich den Nächsten mehr lieben soll als mich selbst. Wenn ich besagte Creme für jemand anderen als Geschenk kaufen sollte, würde ich nicht einmal zögern. Freunden beim Umzug übers Wochenende helfen? Keine Frage. Zeit und Geld in andere zu investieren, ist für viele selbstverständlich. Aber was für Zeit und Geld investiere ich eigentlich in mich selbst?

Wer behauptet, die Bibel hätte nichts mit unserem Alltag zu tun, hat offensichtlich noch nie eine teure Creme besessen.

Zum Glück hat mir mein Mann aus der von ihm verschuldeten Bredouille auch wieder rausgeholfen. Im Osternest lag besagte Creme. Damit vertage ich die Frage nach der Nächstenliebe ein wenig. Trotzdem hoffe ich, dass Sie sich diese Woche mal was gönnen. Nämlich genau das, was Sie sonst den anderen zugestehen.

Ihnen eine gute Woche

Ihre Marie Kleine

(Marie Kleine ist Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der katholischen Kirche in der Region Hannover)