Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

waren Sie auch beim ökumenischen Buß- und Versöhnungsgottesdienst dabei – in St. Michaelis, in St. Andreas oder vor dem heimischen Fernseher? Ich durfte ihn in St. Michaelis mitfeiern. Das Gotteshaus, das der heilige Bischof Bernward, unser Bistumspatron, erbauen ließ, war geladenen Gästen vorbehalten. Wir Vertreter der Presse waren in den Seitenschiffen untergebracht, ebenso auch Schülerinnen und Schüler aus Hildesheimer Schulen.

Sie und die Mädchenkantorei des Doms waren mit dem Kreuz- und den Kerzenträgern sowie einigen Mitwirkenden aus der evangelischen und der katholischen Hoschulgemeinde die einzigen jungen Leute bei diesem offiziellen Gottesdienst. Abgeschoben in die Seitenschiffe, ohne Blick auf das eigentliche Geschehen. Aber es gibt so etwas wie die göttliche Fügung. Etliche reservierte Plätze im hinteren Bereich des Hauptschiffes blieben leer und die wurden vor Beginn des Gottesdienstes aufgefüllt – mit den jungen Leuten – damit im Fernsehen keine leeren Stuhlreihen zu sehen waren.

Diese jungen Leute sind die Zukunft unserer Kirchen. Das, was in diesem Gottesdienst begonnen wurde, müssen sie in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vorantreiben und umsetzen, damit das nicht wieder passiert, was Bundespräsident Gauck in seiner Jugend erlebt hat: dass die Konfessionsverschiedenheit eine gesellschaftliche Barriere ist und voller Hass von einander gesprochen wird. Gehen wir zusammen – mit den jungen Leuten – den langen aber hoffnungsvollen Weg zur Einheit.   

Ihnen eine gute Woche

Ihr Edmund Deppe