14.06.2017

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie würden sich sicher wundern, wenn der Pfarrer nach der Fronleichnamsprozession sagen würde: „Sie haben heute den anstrengenden Prozessionsweg in der prallen Sonne zurückgelegt. Ich kann verstehen, wenn Sie diesen Sonntag zu Hause bleiben und ich Sie nicht hier in der Kirche begrüßen kann.“

So etwas gibt es nicht, meinen Sie? Dachte ich auch. In diesem Jahr war ich Gast in mehreren Konfirmationsgottesdiensten. Die Konfirmanden stellten jeweils ihren langen Weg bis zur Konfirmation vor. Da war die Rede vom Abstempeln des Gottesdienstbesuches – über mehrere Jahre –, von verpflichtenden Aktionen und der Konfi-Freizeit.

Fürwahr eine ganze Menge. Und etliche Firmkurse in der katholischen Kirche könnten sich davon eine Scheibe abschneiden.

Und dann, beim Konfirmationsgottesdienst passierte es. „Ich kann verstehen, dass Ihr jetzt erst einmal genug von Kirche habt, dass ich Euch in den kommenden Jahren in unserer Kirche nicht oder nur selten sehen werde. Aber das ist ganz o.k.“, sagten die Pastoren.

In einer Gemeinde stand dann eine Kirchenvorsteherin auf. Ich dachte, jetzt kommt vielleicht eine Einladung, sich in der Gemeinde zu engagieren: Fehlanzeige. Sie gratulierte im Namen der Gemeinde, unterstrich die Aussage des Pastors – das wars. Eigentlich doch eine Ausladung.

Ich hoffe, dass es so etwas in unserer Kirche nicht gibt, sondern eher das Beispiel einer dritten Konfirmation. Da sagte die Pastorin: „Ich würde mich freuen, wenn Ihr hier weiter mitmacht und vielleicht dabei seid und die nächsten Konfirmanden begleitet.“

Ihnen eine schöne Woche

Ihr Edmund Deppe