11.10.2017

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

geht es Ihnen so wie mir? Für uns Niedersachsen heißt es, nach der Wahl ist vor der Wahl. Ich kann unsere bunten Laternenpfähle nicht mehr sehen. Überall lächeln mich auf dem Weg zur Arbeit die gleichen Gesichter an. Wahlversprechen werden getätigt und noch schnell Wahlgeschenke auf den Weg gebracht. – Was davon bleibt, werden wir in den kommenden Jahren erfahren.

Während man in Berlin versucht sich so zu einigen, dass alle das Gesicht wahren können – statt feste Obergrenze für Zuwanderung ein flexibler Kompromiss –, versucht man in Niedersachsen letzte Stimmen zu ergattern, attackiert noch schnell die politischen Gegner, weiß, wie man es hätte besser machen können und wie man es demnächst besser machen wird – so man denn die Mehrheit der Wähler auf sich vereinigen kann.

Ein bisschen Angst macht mir, dass nach der Bundestagswahl und unter dem Gerangel in Berlin bei uns in Niedersachsen so etwas wie eine Wahldepression eintreten könnte.

Bei der Bundestagswahl habe ich als Wahlhelfer im Wahllokal gesessen und war über die hohe Wahlbeteiligung in unserem Bezirk erfreut. Besonders Menschen mit Migrationshintergrund, in deren alter Heimat eine freie Wahl nicht selbstverständlich ist, konnte man ansehen, wie wichtig es ihnen war, frei wählen zu können.  

Schön wäre es, wenn bei der Landtagswahl jetzt am Sonntag auch viele ihre Stimme abgeben würden, wenn wieder ganz viele von ihrem demokratischen  Grundrecht Gebrauch machen würden. Sonst könnten die extremen Parteien besonders auf der rechten Seite noch mehr Oberwasser bekommen.

Gehen Sie wählen!

Ihr Edmund Deppe