08.11.2017

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

Stefanie Behnke

in diesen Tagen treffen sich 25 000 Delegierte aus aller Welt in Bonn zum Klimagipfel. Es sind geradezu apokalyptische Szenarien, die Wissenschaftler zeichnen: Hitzerekorde, Dürren, Anstieg des Meeresspiegels, schmelzende Polkappen. „Eigentlich kann kein denkender Mensch dieser Verantwortung ausweichen“. Diesen Satz von Markus Vogt, Professor für christliche Sozialethik an der Uni München, habe ich erst vor wenigen Tagen gelesen.

Und ich frage mich: Wie kommt es eigentlich, dass wir noch immer so gelassen sind? Oder besser: ignorant und rücksichtslos? Das betrifft vor allem meine Generation. Zwei Urlaube im Jahr – gern mit dem Flieger oder dem Kreuzfahrtschiff – sind heute keine Seltenheit mehr. Das immer neueste Smartphone kommt aus China, wenn schon Auto, dann gerne schön groß und mit viel Leistung unter der Haube – und Frauen meines Alters haben im Schnitt 118 Kleidungsstücke im Schrank.

Natürlich, viele von uns tun etwas: nehmen das Rad, kaufen Bio, trennen Müll. Verzichten hier und da. Aber nur so, dass es nicht weh tut, dass das Gewissen gerade beruhigt ist. Was wir dagegen in ein paar Tagen wieder gerne tun werden: Schimpfen, dass die Klimakonferenz mal wieder zu wenige Ergebnisse gebracht hat. Natürlich kann ein Einzelner nicht viel ausrichten, auch viele Einzelne nicht. Das ist aber keine Entschuldigung, es gar nicht erst zu versuchen. Papst Franziskus hat es uns allen ins Gebetbuch geschrieben, in seiner Enzyklika „Laudato si“: „Der Klimawandel stellt eine der wichtigsten Herausforderungen an die Menschheit dar.“

Eine gute Woche!

Ihre Stefanie Behnke

Stefanie Behnke ist Rundfunkredakteurin bei Bernward Medien.