10.01.2018

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

kann gut sein, dass alles schon wieder ganz anders ist, wenn Sie diese Zeilen lesen. Jedenfalls schien am vergangenen Montag die Sonne. Das ist deshalb bemerkenswert, weil ich und auch andere das Gefühl hatten, sie sei irgendwann Anfang August tief im Westen untergangen und habe sich dann – weiß der Geier warum (Teufel schreibe ich nicht mehr, das wurde mir neulich von einem Leser übel genommen) – einfach verdünnisiert.

„Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf. Im Westen wird sie untergehn, im Norden ist sie nie zu sehn“, haben wir in der ersten Klasse gelernt. Das ist ziemlich lange her und wurde uns Kindern bereits damals als in Stein gehauen beigebracht. Allerdings hatte ich in den vergangenen Monaten da so meine Zweifel: Entweder waren einige Grundsätze der Natur ziemlich durcheinander geraten oder wir sind nur noch von Norden umgeben. Egal, wann ich in den Himmel schaute – ich hatte den Eindruck einer Sonnenfinsternis.  Ob morgens um acht, mittags gegen zwölf oder  zum Nachmittagskaffee – eine ewige Dämmerung lag über dem Land.

Und dann der vergangene Montag: anfangs quälte sich, fast entschuldigend, ein feuriger Ball langsam seinen Weg, wir hatten einen strahlend blauen Himmel und trotz für unsere Verhältnisse knackiger Kälte tolles Wetter für einen Spaziergang. Seit Langem habe ich meine Mittagspause dafür mal wieder genutzt und bin eine Stunde durch die Gegend gelaufen. Die Menschen unterwegs waren guter Dinge, einige haben sogar gegrüßt.

So einen Tag wünsche ich uns für dieses Wochenende,

Ihr

Stefan Branahl