20.09.2017

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

meine Haltung gegenüber Werbung würde ich als abgeklärt, vielleicht sogar als abgebrüht umschreiben. Sie interessiert mich einfach nicht, Prospekte fliegen ungelesen ins Altpapier, Filme mit Werbeunterbrechung schaue ich seit Jahren nicht mehr. Eben gerade allerdings hat mich eine Botschaft in den Bann gezogen, die mich in ihrer Einfachheit spontan überzeugt: „Stell dir vor, du könntest die Welt retten, indem du faul und geizig bist“, las ich da.

Welt retten, faul, geizig. Nichts davon würde ich mir unbedingt zu eigen machen. Aber in dieser Kombination ist das ein astreiner Slogan.

Um was geht es? Da gibt es in Berlin einen Nachhaltigkeitsverein mit Namen tip:tap. O.k., ich habe bis eben nichts von ihm gehört, aber was er in diesem Fall von mir will, hat meine volle Zustimmung: „Leute, trinkt mehr Leitungswasser statt jeden Samstag schwere Kisten zu schleppen oder den Kunststoffmüll in die Wohnung zu holen“, lässt sich das Anliegen von tip:tap auf den Punkt bringen. Denn das Trinkwasser aus dem Hahn hierzulande gehöre zu den besten der Welt, sei unschlagbar billig und in aller Regel viel weniger belastet als das, was wir aus Glas- und Plastikflaschen so in uns reinkippen.

Keine Kisten schleppen, für ein paar Cent die ganze Woche mit Trinkwasser versorgt, auf Plastikmüll in Form von Einwegflaschen verzichten – das sollte uns überzeugen. Ich jedenfalls mache das schon lange – auch wenn mein Onkel uns Kinder immer gewarnt hat: „Trinkt nie Wasser aus der Leitung, denn da sind Flöhe drin.“ Ein bisschen misstrauisch waren wir ja schon – aber gefunden haben wir nie einen.

Ihnen einen schönen Sonntag,

Ihr

Stefan Branahl