19.07.2017

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

es gibt Orte in diesem großen Bistum, die habe ich bisher noch nie gehört – selbst nach so vielen Jahren bei der KirchenZeitung. Wieckenberg gehört dazu, ein Dorf bei Wietze in der Lüneburger Heide. Kürzlich stieß ich auf den Namen des Ortes, als ich einen Reiseführer durchblätterte.

Stutzig wurde ich, weil ich auf die Abbildung einer kleinen Kapelle stieß, die Mitte des 17. Jahrhunderts von einem katholischen Italiener gebaut worden ist, mitten im Gebiet der Protestanten, die kurz nach der Reformation überall in Norddeutschland das Ruder übernommen hatten. Als ich das Foto sah, dachte ich zuerst an eine Scheune. Nein, es war tatsächlich eine kleine Kirche. Spontan fiel mir die Friedenskirche im schlesischen Schweidnitz ein, die ich vor einigen Wochen besucht hatte. War Wieckenberg quasi das Gegenstück dazu?

Ich bin jedenfalls neugierig geworden und habe mir die ganze Sache inzwischen vor Ort angeschaut. Sie finden meine Reportage in dieser Ausgabe auf einer der nächsten Seiten. Ohne jetzt ins Detail zu gehen: Erfahren habe ich eine unglaubliche Geschichte, die mit all ihren Absurditäten nur das Leben selbst schreiben kann.

Wieckenberg und seine Kapelle ist für uns in der Redaktion Anlass gewesen, gezielt nach eher ungewöhnlichen Kirchen Auschau zu halten, die den meisten von Ihnen vermutlich unbekannt sind. Wir haben uns auf eine kleine Entdeckungsreise begeben, die Ihnen Anregungen geben können, selbst einmal vor Ort zu fahren. Wir wünschen Ihnen jedenfalls viel Spaß beim Lesen – in dieser und den nächsten Ausgaben.

Ihr

Stefan Branahl