20.12.2017

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich behaupte jetzt einmal, dass ich in unserer KirchenZeitungsredaktion derjenige bin, der am ehesten Wert auf politische Korrektheit und gendergerechte Sprache Wert legt. Ich mosere, wenn aus einem Chor mit 99 Sängerinnen und einem Sänger ein Chor von 100 Sängern wird. Und ich nerve mit ehrpusseligen politischen Details – auch und gerade wenn ohne sie die Schlagzeile knackiger sein würde.

Aber einen Trend möchte ich nun gar nicht mitmachen – und er greift immer mehr um sich. Mitunter bin ich überrascht, wer von den vielen Kontakten, die man als Schreiberling hat, zum Weihnachtsfest eine Karte schickt. Sei es so richtig auf Papier oder virtuell als Datei. Und vor allem, was für eine.

Da zeigt sich ein Trend, den ich – Korrektheit hin oder her – nicht mitmachen will: das Verschwinden der Krippe als Motiv. Mehr noch: das Verschwinden eines Wunsches nach „Frohen Weihnachten“.

Sogar bei politischen Interessenverbänden, die sich gerne Mal christliche Werte zu eigen machen oder sogar vom Weihnachtsrummel profitieren. Keine frohe Weihnacht wird gewünscht, sondern „entspannte Feiertage“. Keine Krippe ziert die Karte, sondern in einem echt krassem Fall ein Vieh mit roter Nase, das wohl ein Rentier sein soll, doch eher wie ein Rothirsch wirkt.

Jetzt werde ich mal politisch inkorrekt: Mir ist egal, warum manche das machen. Ich finde, Weihnachten bleibt Weihnachten – und wird nicht zu Feiertagen. Punkt.

Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein frohes neues Jahr, Ihr
 

Rüdiger Wala