12.07.2017

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich erzähle Ihnen an dieser Stelle mal die Geschichte von Rodney – einem Goldfisch. Glücklich in seinem Gartenteich in einem kleinen Dorf, geliebt von der Tochter des Hauses und ein bisschen übergewichtig.

Eines Tages war Rodney verschwunden. Einfach weg. Die Tochter des Hauses todtraurig. Doch zwei Tage später ist Rodney wieder da – in einer Gartentonne am anderen Ende des Dorfes. Lädiert, aber lebendig.

Was war da geschehen? Wohlweislich war es ein fischliebender Vogel, der Rodney aus dem Teich herausgeholt hat. Doch der im wahrsten Sinne fette Brocken wird wohl zu schwer für den Schnabel. Rodney fällt in einen Vorgarten – und seine Körperfülle muss sich da auch als eine Art Aufprallschutz erwiesen haben. Aber Rodneys Glückssträhne reißt nicht ab. Kaum zappelt er auf dem Boden, tritt die Frau des Hauses aus der Tür, sieht ihn und legt ihn gedankenschnell in die Regentonne.

Es war heiß und das Wasser in der Tonne hat wohl an die 30 Grad. Doch das macht Rodney nichts aus. Fett isoliert. Schließlich erinnert sich die Frau, dass ihre Bekannte am anderen Ende des Dorfes einen Gartenteich hat. War da nicht ein dicker Fisch, den die Tochter … ? Rodney kommt nach Hause. Allerdings mit weniger Schuppen.

Die Moral von der Geschicht‘? A.) Sie ist wahr. Auf meine Journalistenehre. B.) Wer ein bisschen mehr auf den Gräten hat, überlebt. Und C.) Bikini- oder Badehosenfigur ist überbewertet. Oder gefährdet sogar Ihre Gesundheit, wenn der Reiher kommt.

Ihnen eine gute Woche, Ihr

Rüdiger Wala