15.12.2017

Neues Weltkulturerbe

Treutmann-Orgel in der Stiftskirche St. Georg in
Goslar-Grauhof. | Foto: Verein der Förderer der
Treutmann-Orgel
 

Jeju/Südkorea (kiz). Die UNESCO hat den Orgelbau und die Orgelmusik in Deutschland in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Dadurch werde die Bedeutung dieses über Jahrhunderte gewachsenen kulturellen Erbes gewürdigt, sagte Staatsministerin Monika Grütters. „Orgelbau und Orgelmusik sind auch heute noch ein wichtiger Teil unseres Musiklebens, sie werden von Generation zu Generation weitergegeben und fortentwickelt“, so Grütters. Die wohl berühmteste Orgel im Bistum Hildesheim ist die von Christoph Treutmann 1734 erbaute Orgel in der Stiftskirche St. Georg in Goslar-Grauhof.

 

Aufstieg in die kulturelle Champions League

Domkantor Dr. Stefan
Mahr.  |  Foto: Deppe

Was bedeutet es für Sie, dass Orgelmusik und Orgelbau in Deutschland nun zum immateriellen Weltkulturerbe gehört?

Für mich ist das so etwas wie die langersehnte institutionelle Anerkennung des Instruments, das ich unwahrscheinlich liebe. Ich finde es toll, dass dies von einer Stelle kommt, die alle kulturellen Aspekte beleuchtet. Dass es nicht von einer kirchlichen Stelle ausgeht, die die Orgelmusik seit eh und je hochschätzt, sondern von einer weltlichen, die unsere Orgeln und unsere Orgelmusik von der Empore auf den Präsentierteller hebt.

So ganz immateriell ist dieses Weltkulturerbe ja nun nicht. Es geht dabei schließlich um Orgeln?

Stimmt. Wenn ich die UNESCO richtig interpretiere, gehört eigentlich jede in Deutschland gebaute Pfeifenorgel dazu und ist somit Teil des Weltkulturerbes.

Welche besonderen Orgeln gibt es bei uns im Bistum?

Auf der Fläche des Bistum sind einige sehr gute Orgeln zu finden. Viele davon stehen in evangelischen Kirchen. Aber auch bei uns gibt es ein paar richtig gute Orgeln. Zu nennen sind da aus der Barockzeit die Treutmann-Orgel in Grauhof oder unsere älteste, die 1696 gebaute Orgel in Salzgitter-Ringelheim. Aus der Romantik gehören dazu die Orgeln in Lamspringe und in St. Georg in Itzum. Und nicht zu vergessen unsere Orgeln aus dem 20. Jahrhundert in St. Ägidien in Braunschweig und die im Hildesheimer Dom – die zu den größten Instrumenten in Norddeutschland gehört.

Interview:  Edmund Deppe