20.08.2014

Neues Buch über Mary Ward

Ordensgründerin mit Power

Sie war schon eine Power-Frau, als es den Begriff noch gar nicht gab: Mary Ward, Ordensgründerin aus England. Schon im 17. Jahrhundert forderte sie, dass Frauen einen besonderen Platz in der Kirche einnehmen sollen. Spannend wird ihr Leben in einem neuen Buch geschildert.

Die Lebengeschichte von Mary Ward hat Schwester Birgit Stollhoff aufgeschrieben. Ihre Botschaft: Vor allem für junge Frauen kann Mary Ward auch heute noch ein Vorbild sein.

In eisiger Kälte überqueren Mary Ward
und eine Freundin auf dem Weg
nach Rom die Alpen.

Bildung für Mädchen und ein moderner Frauenorden – für diese Vision kämpfte Mary Ward (1585–1645) gegen alle Widerstände ihrer Zeit, gegen die Vorbehalte ihrer Familie, gegen die Intrigen von Kirche und Gesellschaft. Heute tragen unzählige Schulen ihren Namen, in 20 Ländern leben und arbeiten 2000 Schwestern im Geiste der Ordensgründerin.

Eine von ihnen ist Birgit Stollhoff von der Congregatio Jesu in Hannover. „Mary Ward war eine spannende und moderne Frau, die ihrem Weg treu geblieben ist, weil sie und ihre Freundinnen zusammengehalten haben“, sagt sie. Und letztlich war es eines ihrer Zitate, die Birgit Stollhoff in den Orden geführt hat: „Ihr Frauen sollt nicht Zuschauerinnen sein, sondern euer Leben selbst in die Hand nehmen. Diese Forderung von Mary Ward stammt von 1611, als noch niemand von Gleichberechtigung gesprochen hat. Das hat mich neugierig gemacht“, erinnert sich Schwester Birgit.

Schwester Birgit Stollhoff
von der Congregatio Jesu
aus Hannover hat das Leben
der Ordensgründerin in einem
Buch erzählt. Foto: Branahl

Der Orden fragte an, ob sie ein Buch über Mary Ward schreiben wolle. Zielgruppe: junge Mädchen, die ein Gespür für diesen geraden Lebensweg haben. „Das war natürlich eine große Herausforderung für mich“, sagt die Autorin. „Wie kann ich eine 14-jährige Schülerin ansprechen, die nach der Schule und vor dem Sport eigentlich noch in Gedanken in der Disco am Abend vorher ist?“

Entschieden hat sie sich für eine Mischung aus Tagebucheinträgen und Briefen. In schnörkelloser Sprache schildert sie so den Weg einer starken Frau, die mutig und mit Gottvertrauen ihr Ziel verfolgt. In historischen Quellen hat sie dafür recherchiert, aber durchaus auch – wo es vertretbar war – frei interpretiert. Ergänzt wird das Buch durch eine einordnende Faktenübersicht. Eine wichtige Rolle spielen zudem die Illustrationen von Lisa Elias: Aus der Sicht einer modernen jungen Frau von heute stellt sie eine moderne kämpferische Frau der Vergangenheit dar.

Stefan Branahl
 

Kommt das Buch bei Kindern an? Die KiZ hat Mia Magdalena Wala um eine kurze Kritik gebeten:

 

„Wichtige Frau für unsere Kirche“

Mia Magdalena Wala ist 11 Jahre
und Tochter unseres
Redakteurs Rüdiger Wala.

"Das Buch hat mich wirklich mitgerissen. Es war so spannend, in welcher Lage sich Mary Ward und ihre Freundinnen befunden haben – und welche neuen Wege sie finden mussten. Vor allem, wie sie sich dafür eingesetzt haben, dass auch Mädchen etwas lernen dürfen. Aber es war traurig und hat mir ein bisschen Angst gemacht, was Mary Ward und ihre Freundinnen durchlitten haben.
Mary Ward ist eine für unsere Kirche wichtige Frau. Vielleicht wird sie ja mal heilig gesprochen. Wie sie im Buch durch ihre Freundinnen beschrieben wird, konnte ich mich gut in sie und ihre Geschichte reinversetzen. „Frei, wahr, gerecht“ ist ja als Tagebuch geschrieben. Dadurch hatte ich beim Lesen das Gefühl, dabeizusein. Auch wenn nicht alles im wirklichen Leben so passiert ist, wie es aufgeschrieben wurde.
Das Buch hat eine tolle Gestaltung. Die Zeichnungen sind sehr schön. Sie lassen Mary Ward und ihre Freundinnen wirklich lebendig erscheinen."

Mia Magdalena Wala
 

 

  • Titel: „Frei, wahr, gerecht. Mary Ward und ihre Freundinnen“,
  • Autorinnen: Sr. Birgit Stollhoff, Lisa Elias (Zeichnungen)
  • Verlag: Echter-Verlag Würzburg
  • Preis: 9,90 Euro
  • 80 Seiten mit zahlreichen Farbbildern
  • Format: 17 x 22 cm. Broschur
  • ISBN 978-3-429-03722-2