Rohstoffe und Recycling

Das Kreuz an Orte tragen, an denen die Schöpfung gekreuzigt wird. Das ist der Grundgedanke des Kreuzwegs der Schöpfung, der Fastenaktion im Bistum Hildesheim. Beginn ist an diesem Sonntag.

 

Das Schöpfungskreuz aus Bolivien wird beim Kreuzweg des Bistums von Station zu Station getragen – so wie 2016 in Verden. | Foto: Wala

Das Kreuz gehört auf die Straße – das dachten sich schon die Franziskaner im 14. Jahrhundert. Und so zogen sie in der Fastenzeit mit dem Kreuz aus der Kirche: eine Prozession im Gedenken an die Leiden Christi auf der Via Dolorosa, dem Weg der Schmerzen, in Jerusalem. Eine Demonstration des Glaubens.

Diese Tradition wird seit 2010 im Bistum Hildesheim mit dem „Kreuzweg der Schöpfung“ aufgegriffen. Die Grundidee: das Kreuz zu den Orten tragen, wo die Schöpfung gekreuzigt wird.

An den kommenden drei Fas­tensonntagen wird wieder ein Kreuz durch Orte im Bistum getragen – durch Liebenburg und Salzgitter, durch Goslar und durch Wolfenbüttel (Termine sie­he Kasten). Es geht um gesellschaftliche Verantwortung, um Rohstoffe, um das Wegwerfen – das Produzieren für den Müll. Hinter allem steckt auch der Blick auf den eigenen, auf den „westlichen“ Lebensstil, verbunden mit einer Frage, die sich gerade in der Fastenzeit stellt: „Wie viel ist genug, damit alle gut leben können?“.

Stichwort Rohstoffe: Sie sind selten, sie sind begehrt, sie sind endlich –  Rohstoffe sind das Lebensblut der Industrie. Daran, wie sie gewonnen und verarbeitet werden, hängen Millionen von Arbeitsplätzen weltweit. Doch der Abbau, Transport und die Weiterverarbeitung von Rohstoffen geschieht oft skrupellos gegen Mensch und Natur, vor allem in Entwicklungsländern. Das macht sie zu einer Sache der Gerechtigkeit, der Würde von Menschen und der Achtung der Schöpfung.

Zum Beispiel bei Mobiltelefonen: In Handys stecken zahlreiche wertvolle Rohstoffe. Gold und Coltan sind zwei davon. Beide Rohstoffe werden in Bolivien gewonnen, dem Partnerland des Bistums Hildesheim – unter Bedingungen, die Mensch und Umwelt nachhaltig schädigen. Oder sie kommen aus dem Kongo, wo  damit Bürgerkriege finanziert werden.

Rohstoffe können auch wiederverwertet werden.  Erster Schritt: das Sammeln alter Handys. An allen drei Stationen des Kreuzwegs können alte Mobiltelefone abgegeben werden. Sie werden über missio und die „Aktion saubere Handys“ recycelt, um Rohstoffe zu schonen. Der Erlös fließt in die „Aktion Schutzengel“, mit der missio vor allem Familien weltweit unterstützt.

Getragen wird der Kreuzweg der Schöpfung vom Diözesanrat der Katholiken, dem Umweltbeauftragten des Bistums sowie der Hauptabteilung Pastoral und der Diözesanstelle Weltkirche im Generalvikariat. Vor Ort engagieren sich evangelische und katholische Gemeinden.

Rüdiger Wala

 

Die Termine
Sonntag, 19.März, 14 Uhr: „Glanz und Elend des Menschen“ – von der Schlosskirche in Liebenburg (Burgberg 32) zur evangelischen Kirche Hl. Dreifaltigkeit in Salzgitter-Bad (Friedrich-Ebert-Straße 42). Abschlussandacht mit dem Salzgitteraner Oberbürgermeister Frank Klingebiel.

Sonntag, 26. März, 14 Uhr: „Rohstoffgerechtigkeit“ – vom Weltkulturerbe Rammelsberg, Bergtal 19, zur Kirche St. Jakobus (Jakobikirchhof 2). Abschlussandacht mit Irene Tokarski (Geschäftsführerin des Weltgebetstags Deutschland).

Sonntag, 2. April, 15 Uhr: „Die Wegwerfgesellschaft“ – vom Recyclinghof Wolfenbüttel (In den Schönen Morgen 1) zur Kirche St. Petrus (Harztorwall 2). Abschlussandacht mit Hans-Jürgen Marcus, ehemaliger Caritasdirektor des Bistums Hildesheim.

Infos: www.kreuzweg.bistum-hildesheim.de