09.12.2015

Filmclip unterstützt Präventionsarbeit

Sexualsierter Gewalt vorbeugen

Der Film „Prävention in Katholischen Einrichtungen“ ist auf Anregung der Präventionsbeauftragten des Bistums Hildesheim Jutta Menkhaus-Vollmer. Sie erklärt im KiZ-Interview, warum es wichtig ist, sexualisierter Gewalt vorzubeugen.

Warum haben Sie den Film „Prävention in Einrichtungen der Katholischen Kirche“ in Auftrag gegeben?

Seit ungefähr zwei Jahren gibt es für alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Bistums Hildesheim verpflichtende Präventionskurse, wenn sie in ihrer Tätigkeit mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Für diese Kurse fehlte mir noch ein Einstieg, der die Teilnehmer auf eine leichte Art in dieses so harte Thema sexualisierte Gewalt einführt. So werden gleich am Anfang wichtige Begriffe erklärt wie sexueller Missbrauch, sexualisierte Gewalt, Grenzverletzung und einige mehr.

Um was für einen Film handelt es sich?

Es ist ein Film mit animierten Grafiken. Schlicht und einfach gehalten. Er versucht, durch die Bilder nicht von den eigentlichen Informationen abzulenken, sondern die Aussagen noch zu unterstreichen.

Was möchten Sie mit diesem Kurzfilm erreichen?
 

Jutta Menkhaus-Vollmer ist Präventionsbeauftragte des Bistums. Foto: Deppe

Er soll die Zuschauer für das Thema sexualisierte Gewalt – in den verschiedenen Facetten – sensibilisieren. Er soll zeigen, dass es nicht den einen Fall gibt, sondern jeder Fall von Missbrauch anders ist. Es gibt nicht nur Weiß und Schwarz, nicht nur Täter und Opfer, sondern auch die unbeteiligten Menschen, die oft nicht einordnen können, was da passiert und nicht wissen, wie sie reagieren sollen. Hier will der Film aufklären und helfen. Er will Mut machen, einzuschreiten, wenn es notwendig ist und nicht einfach tatenlos danebenstehen. Darüber hinaus informiert der Film, was das Bistum Hildesheim macht, um sexualisierte Gewalt durch ihre Mitarbeiter zu verhindern.

Für welche Zielgruppe ist dieser Film gedacht?

Neben dem Einsatz in den Präventionskursen ist er in erster Linie für die kirchlichen Einrichtungen gedacht, für Kindertageseinrichtungen, für Schulen und Pflegeeinrichtungen. Sie alle werden in die Verantwortung genommen, Prävention zu gewährleisten und jede Form sexualisierter Gewalt zu unterbinden. Mit diesem Film wollen wir die Leitungen der Einrichtungen unterstützen und ihnen knapp und kurz wichtige Basisinformationen geben. Aber: Er ist kein Ersatz für die verpflichtenden Präventionskurse, sondern lediglich ein Medium, um das Wissen aus den Kursen wachzuhalten. Gesehen haben sollte ihn aber jeder kirchliche Mitarbeiter egal in welcher Einrichtung er arbeitet und egal ob er dabei mit Kindern oder Jugendlichen in Berührung kommt.

Ist der Präventionsfilm auch geeignet, um ihn in der Pfarrseelsorge vor Ort in den Gemeinden einzusetzen?

Das würde ich mir wünschen, dass er Pfarrgemeinderäten und Kirchenvorstehern gezeigt wird. Und gern bin bereit, dann auch in die Sitzungen oder zu den Veranstaltungen zu kommen, um im Anschluss daran mit ihnen über das Thema zu diskutieren und Fragen zu beantworten. Auch Männer und Frauen, die in der Erstkommunion- oder Firmkatechese mitarbeiten, gehören zur Zielgruppe des Films. Und ich finde, er ist auch sehr gut für Elternabende in unseren kirchlichen Kindertagesstätten geeignet oder für Treffen der Eltern der Kommunionkinder beziehungsweise Firmbewerber. Es gibt viele Möglichkeiten ihn gut einzusetzen.

Ist dieser Film nur für das Bistum Hildesheim gemacht?

Die Idee dazu ist im Dialog zwischen Bernward Medien und mir entstanden und wurde dann von media.plusX für das Bistum Hildesheim umgesetzt. Aber der Clip ist zum Beispiel auch bei der Bischofskonferenz so gut angekommen, dass er jetzt auf ihrer Homepage zu sehen ist.  Interesse kommt  inzwischen auch von anderen deutschen Bistümern, die den Film bei der Präventionsarbeit einsetzen wollen.

Was wünschen Sie sich von diesem Film?

Dass er möglichst viele Menschen erreicht – auch über die sozialen Netzwerke wie Facebook oder Twitter – und sie für dieses schwierige und komplexe Thema sensibilisiert.

Interview: Edmund Deppe