28.04.2014

Dekanat Alfeld-Detfurth

So vielfältig die Landschaften …

„Viele Mitbrüder sagen, wenn sie zu mir kommen: Ihr habt hier das schönste Dekanat“, schmunzelt der Wohldenberger Pfarrer Stefan Lampe. Und da ist auch etwas dran, gibt er unumwunden zu.

Das Wahrzeichen des Wohldenberges ist der hoch aufragende Burgfried. Von ihm kann man bei schönem Wetter fast das ganze Dekanat Alfeld-Detfurth überblicken. Foto: Edmund Deppe

Wälder, Wiesen, Hügel, Teiche und Flüsse prägen das Bild des Dekanats Alfeld-Detfurth. „Wir haben von allem etwas: Harz, Weserbergland, Hildesheimer Wald und vor allem ganz viel Natur und Ruhe“, schwärmt Lampe. Und genauso vielfältig wie die Landschaften präsentieren sich die Pfarrgemeinden.
Von katholisch geprägten Stiftsdörfern bis hin zur tiefsten Diaspora ist alles dabei. Ungefähr drei Viertel der Region Hildesheim nimmt das Dekanat ein. „In Italien wären wir schon ein Bistum“, meint Lampe. Politisch gesehen liegt es in fünf Landkreisen und arbeitet ökumenisch mit der Hannoverschen und der Braunschweigischen Landeskirche zusammen.

Viel Landwirtschaft und kaum Industriestandorte

Außer rund um Alfeld gibt es nur wenige Industriestandorte, Land- und Forstwirtschaft dominieren. Ein ansteigender Wirtschaftszweig ist der Fremdenverkehr. Es hat sich herumgesprochen, dass man sich in der idyllischen Natur gut erholen kann. Die abwechslungsreiche Landschaft eignet sich hervorragend für Wander- oder Fahrradtouren, weiß Lampe aus eigener Erfahrung und greift selbst oft zum Drahtesel.

Vom Erholungswert zeugen auch die Kurstädte Bad Gandersheim oder Bad Salzdetfurth. Schon seit Jahrhunderten kommen Menschen hierher, um etwas für ihre Gesundheit zu tun oder suchen die spezialisierten Krankenhäuser, die Kur- und Rehakliniken auf, um sich auszukurieren und wieder fit für den Alltag zu machen. „Da sind wir auch als Kirchen gefragt. Mit Angeboten der Krankenhausseelsorge wollen wir die Patienten in ihrer jeweiligen Situation ansprechen und ihre Seele stärken“, so Lampe.

Das Dekanatsteam ist sich bewusst, dass die Arbeit eher mehr wird, gleichzeitig aber die Zahl der Priester und hauptamtlichen Mitarbeiter sinkt. Im Herbst stehen auch im Dekanat Alfeld-Detfurth die letzten Gemeindefusionen an. Dann wird es nur noch sieben Gemeinden mit rund 22 000 Katholiken und 34 Kirchorten geben.

Über 300 Schnitzereien an der ehemaligen Alfelder Lateinschule zeigen Bilder aus der Bibel, Allegorien und Abwehrmasken. Das 1610 erbaute Fachwerkhaus gehört zu den schönsten in Niedersachsen. Foto: Stefan Branahl

Noch haben die Kirchen einen festen Platz im Dorf und sind im Bewusstsein vieler Menschen verankert. Dennoch fehlt es in der jüngeren Generation immer mehr an einer religiösen Sozialisierung. „Besonders merke ich das in der Jugendbildungsstätte auf dem Wohldenberg“, sagt Lampe, der hier als Hausgeistlicher mit vielen Jugendlichen in Kontakt kommt. Wissen über Kirche und Glauben könne man nicht mehr uneingeschränkt voraussetzen. „Ich versuche den Mädchen und Jungen zu zeigen, was Kirche alles bietet und wie bunt und lebendig der Glaube ist.“

Schon Lampes Vorgänger haben darauf geachtet, die ehemaligen Dekanate Alfeld-Gronau und Bockenem-Detfurth in ein Boot zu holen, um „die Fahrt in die Zukunft gemeinsam zu wagen“. Einige Angebote wie Ferienfreizeiten für Ministranten und Jugendliche werden dekanatsweit angeboten. Auch an der Wallfahrt nach Lamspringe nehmen Gläubige aus dem ganzen Dekanat teil. „Eine wunderbare Tradition ist unsere Maiandacht auf dem Röderhof. In diesem Jahr halten wir sie am 4. Mai um 16 Uhr – da kommen sie wieder aus allen Teilen unseres Dekanats“, ist sich der Dechant sicher.

Lokale Kirchenentwicklung ist kein Fremdwort

Doch als eine Einheit werde das Dekanat von den Gläubigen nicht wahrgenommen. „Das ist eher was für uns Hauptamtliche. Wir treffen uns regelmäßig und nutzen diese Treffen zum Austausch und um uns abzusprechen“, betont Lampe. Für eine gemeinsame Erstkommunion- oder Firmvorbereitung sind die Entfernungen im Dekanat zu groß. Die finden weiter in den Pfarrgemeinden statt. „Wir müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren – die Glaubensverkündigung. Und wir müssen Zeit für die Menschen haben“, plädiert der Dechant.

Im Dekanatsteam ist man sich einig, dass nicht überall alles angeboten werden kann. In vielen Bereichen setzt man auf die Mitarbeit von engagierten Laien. „Lokale Kirchenentwicklung ist bei uns schon lange kein Fremdwort mehr“, sagt die Alfelder Gemeindereferentin Patricia Fink und ergänzt: „Wenn sich Gemeinde weiterentwickeln will und etwas gestaltet werden soll, geht das nur mit den Leuten vor Ort, denen ihr Kirchturm noch etwas wert ist und die wollen, dass ihre Kirche auch in Zukunft lebendig bleibt.“

Edmund Deppe

 

 

Das Dekanat Alfeld-Detfurth entstand im Dezember 2002 im Rahmen der Neuordnung der Dekanate in der Region Hildesheim. Es umfasst die Bereiche der vorherigen Dekanate Alfeld-Gronau und Bockenem-Detfurth. Zusätzlich wurden im Rahmen der Gemeindeneuordnungen die Gemeinden Seesen und Bilderlahe im Mai 2005 aus dem Dekanat Goslar in das Dekanat Alfeld-Detfurth eingegliedert. Somit umfasst das Dekanat zurzeit zehn Pfarrgemeinden mit etwa 22 000 Katholiken. Dechant ist seit September 2012 Pfarrer Stefan Lampe.

Gemeinden

Einrichtungen

  • Heimstatt Röderhof des Caritasverbandes Hildesheim für geistig behinderte Menschen in Egenstedt
  • Jugendbildungsstätte „Haus Wohldenberg“
  • Krankenhaus-, Kur- und Reha-Seelsorge in Seesen und Diekholzen
  • Kinder- und Jugendhilfe Henneckenrode (ehemals Waisenhaus der Blumschen Stiftung)
  • Die St. Ansgar Kinder- und Jugendhilfe mit Außenwohngruppen in Heersum und Betheln sowie Tagesgruppen in Alfeld und Coppenbrügge
  • Kursstätte der St. Georgspfadfinder (DPSG) „Hildesheimer Wald“ in Diekholzen
  • LABORA-Jugendwerkstatt in Alfeld
  • Caritas Tagesstätte Ideenbahnhof, Ideenlädchen und Soziales Kaufhaus in Baddeckenstedt,
  • Kindertagesstätten und Kindergärten in katholischer Trägerschaft gibt es in: Bad Gandersheim, Groß Düngen und Söhre
  • Vielseitige Beratungsangebote hält der Caritasverband für Stadt und Landkreis Hildesheim – mit einer Außenstelle in Alfeld – bereit.
  • Katholische öffentliche Büchereien gibt es in Alfeld und Groß Düngen.
  • Ökumenische Autobahnkirche in Grasdorf
  • Projekt „Tischlein Deck Dich“ – sozialer Mittagstisch in Alfeld

Verbände und Gruppen

  • Ministranten-, Frauen-, Seniorengruppen gibt es in fast allen Pfarrgemeinden.
  • Pfadfindergruppen der DPSG treffen sich regelmäßig auf dem Wohldenberg.
  • Kirchenchöre, Musikgruppen und Singkreise proben in Alfeld, Groß Düngen, Bad Salzdetfurth, Lamspringe und Bad Gandersheim und gestalten Gottesdienste musikalisch mit.
  • Regelmäßig treffen sich in einigen Gemeinden des Dekanats Glaubens- und Gebetskreise sowie Kolpingsfamilien und Männergemeinschaften.

Orden

  • Schönstatt-Schwestern in Bad Salzdetfurth
  • Brüder unserer lieben Frau von den Armen in Gut Nienhagen
  • Benediktiner: Einkehrhaus St. Romuald auf dem Röderhof