30.01.2011

KiZ-Tipp: Kloster Wöltingerode

Unter Dampf und hochprozentig

Es blubbert, tuckert und zischt. Unter lautem Getöse brennt eine 100 Jahre alte Dampfmaschine hochprozentigen Kornschnaps. Wer möchte, kann beim Destillieren zuschauen – und anschließend probieren.

Wer möchte, kann die Schnäpse probieren: Kurt Schulze füllt am Ende der Führung die Gläser. Foto: Archiv

Goslar (if). Eingebettet zwischen die Hügel des Harzvorlandes liegt das Kloster Wöltingerode. Bekannt ist das im 11. Jahrhundert gegründete Gut vor allem für seine Spirituosen und das selbstgebraute Bier – nicht ohne Grund heißt es das „Andechs des Nordens“. Doch anders als beim bayerischen Kloster fallen hier die Touristen nicht in Massen ein. Ganz in Ruhe kann der Besucher die Kornbrennerei entdecken, zum Beispiel bei einer Führung durch die Destille: Vorbei an den modernen Produktionsanlagen geht es zur Dampfmaschine, die nur während der Brennsaison im Januar und Februar arbeitet.

Jeder Rundgang endet in der Krypta. Hier werden schon lange keine Gottesdienste mehr gefeiert. Stattdessen lagern in den mittelalterlichen Gewölben die hochprozentigen Spezialitäten in riesigen Eichenfässern, bereit zum Verkosten. Insgesamt 16 verschiedene Sorten stehen zur Auswahl, darunter auch Liköre und Magenbitter. Noch heute werden die edlen Tropfen nach dem 329 Jahre alten Originalrezept gebrannt. Der Weizen dafür wird rund ums Kloster angebaut, das Wasser aus dem Klosterbrunnen geschöpft.

Bei zu viel Schnaps: Eine Runde Ausschlafen im anliegenden Klosterhotel und den Hunger im Restaurant stillen. Gut gestärkt geht‘s dann auf Entdeckungstouren in den Harz.

Besichtigung der Brennerei jeweils donnerstags um 15.30 Uhr oder sonntags um 14 Uhr
(Dauer: etwa eine Stunde). Preis: 2,50 Euro pro Person. Anmeldung für Gruppen telefonisch unter: 0 53 24/58 60, E-Mail: kloster@woeltingerode.de.