03.01.2014

Das Jahr 2014 wird für die Kirche in Deutschland einige Veränderungen bringen

Wer wird der neue Vorsitzende?

Gleich drei Erzbischöfe stehen kurz vor dem Ruhestand. Im März wird ein neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. Die Kirche in Deutschland steht vor einem Generationenwechsel.

2014 gibt es Änderungen bei den deutschen Bischöfen: Einige Erzbischöfe gehen in den Ruhestand und ein neuer Vorsitzender wird gewählt. Klare Kandidaten sind noch nicht in Sicht. Foto: kna-bild

Die Kirche besteht nicht nur aus Bischöfen. Dennoch sind sie vor allem in der Öffentlichkeit die wichtigsten Repräsentanten. Und hier stehen in den kommenden Monaten einige Veränderungen an.
Die Bischofsstühle in Erfurt und Passau sind schon frei. In Freiburg, dem zweitgrößten deutschen Bistum, ist Erzbischof Robert Zollitsch seit September „Apostolischer Administrator“. Das heißt, sein Rücktritt als Erzbischof ist bereits angenommen, Zollitsch ist nunmehr nur Verwalter auf Abruf. Allerdings kann er dadurch als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) bis zur Neuwahl im März im Amt bleiben.

Auch in Köln, dem größten deutschen Bistum, steht ein Wechsel an. Kardinal Joachim Meissner ist Weihnachten 80 Jahre alt geworden und hat damit die Pensionsgrenze für Kardinäle erreicht. Er rechnet damit, dass sein Rücktritt vom Amt des Kölner Erzbischofs im Februar angenommen wird.
In Hamburg feierte Erzbischof Werner Thissen im Dezember seinen 75. Geburtstag – das Alter an dem Bischöfe in der Regel in den Ruhestand  gehen. Mit dem Papst sei verabredet, dass er seinen Rücktritt in den ersten Monaten des neuen Jahres annehmen werde, hatte Thissen angekündigt. Offen ist noch, ob Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nach Limburg zurückkehrt oder ob auch hier ein neuer Bischof gesucht werden muss.

Keine klaren Kandidaten in Sicht

Im März treffen sich die aktiven Bischöfe in Münster zur Frühjahrsvollversammlung der DBK. Dann steht auch die Wahl eines neuen Vorsitzenden an, weil nach sechs Jahren die Amtszeit von Zollitsch endet. Eine Zweidrittelmehrheit ist für die Wahl nötig. Noch ist völlig unklar, wer der neue Repräsentant der deutschen Bischöfe sein wird.

„Früher gab es vor so einer Wahl oft ein oder zwei Kandidaten. Das haben wir derzeit nicht“, sagte jetzt Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode in einem Interview.  „Wer neuer Vorsitzender wird, ist im Moment nicht zu sagen.“ Immer wieder wird Kardinal Reinhard Marx genannt. Der gebürtige Westfale und Erzbischof von München und Freising bewegt sich sicher auf politischem und medialem Parkett, gilt aber gleichzeitig als machtbewusst. Er ist Mitglied im Kardinalsrat des Papstes und bis 2015 Präsident der Kommission der EU-Bischofskonferenzen. Gut möglich, dass manchem Amtsbruder Marx mit dem DBK-Vorsitz zu mächtig würde.

Auch Berlins Kardinal Rainer Maria Woelki gehört zum Kandidatenkreis. Allerdings ist er erst seit 2011 Berliner Erzbischof, also noch relativ jung im Amt. Zu den dienstältesten Bischöfen gehört Osnabrücks Bischof Bode. Er bildet mit Marx und Essens Bischof Franz-Josef Overbeck die Steuerungsgruppe für den Gesprächsprozess und ist Vorsitzender der Pastoralkommission. Der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle ist nicht nur stellvertretender Vorsitzender der DBK, sondern auch Vorsitzender des Verwaltungsrates des Verbandes der Diözesen. Diese Funktion hatte zuvor Erzbischof Zollitsch inne. Aber auch jüngere Bischöfe wie Overbeck oder Triers Stephan Ackermann könnten infrage kommen.

Ulrich Waschki