26.10.2011

Pilgern im Bistum (1): Der Harzwanderweg vom Kloster Drübeck bis in das Zentrum von Goslar

Wetter gut und Brocken im Blick

Lust auf Pilgern? Lust auf Harz? Dann „wallgehen“ Sie doch auf dem Harzer Klosterwanderweg. Vier Klöster, ein Weg. Und eine Strecke, die viel Spiritualität und Sehenswertes bietet.

Er wacht den ganzen Weg an meiner Seite: der Brocken, höchster Berg im Harz. Zu seinen Füßen am Nordharzrand schlängelt sich ein 32 Kilometer langer Pilgerweg entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Und darauf wandere ich von einem Kloster zum nächsten.
Startpunkt ist das Kloster Drübeck bei Wernigerode. Wer möchte, kann hier seine Reise mit einem Meditationskurs beginnen. Mir reicht der weitläufige Klostergarten. Hier komme ich zur Ruhe, fühle mich gestärkt für den Pilgerweg.

Ruhe als Stärkung für den weiten Pilgerweg: das ehemalige Benediktinerinnen-Kloster in Drübeck. Wer möchte, kann seine Pilgerreise auch mit einem Meditationskurs beginnen. Foto: Funk

Dieser führt mich auf einem schattigen Waldweg zum Kloster Ilsenburg. Ich wundere mich ein bisschen über den Glockenturm der Klosterkirche St. Peter und Paul. Er erinnert mich an einen Wehrturm: quadratisch und kompakt gebaut, scheint er allem trotzen zu wollen. Filigran hingegen ist es im Inneren der Kirche: Ich gehe auf einem Gipsfußboden aus dem 12. Jahrhundert mit kunstvoll eingravierten Figuren.

Ehemalige Grenze wird überschritten

Weiter geht’s. Vorbei an Fel­dern und durch Alleen überschreite ich die ehemalige innerdeutsche Grenze und damit auch die Landesgrenze von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Etappenziel ist das Kloster Wöltingerode.

Meinen Durst kann ich hier ganz hervorragend stillen: mit selbst gebrannten Schnäpsen und Likören nach alten Nonnenrezepten. Dafür ist das ehemalige Zisterzienserinnen- und spätere Benediktinerkloster berühmt und ein Touristenmagnet der Region. Meinen „leichten Rausch“ schlafe ich im Klosterhotel aus.

Am nächsten Morgen marschiere ich dem Zielpunkt des Harzer Klosterwanderweges entgegen: Goslar. Am Horizont, diesmal direkt vor mir, steht der Brocken. Er scheint über der Stadt zu thronen. In Grauhof, einem vorgelagerten Stadtteil von Goslar, halte ich an der Stiftskirche St. Georg. Mein stiller Weg findet hier ein lautes Ende. Denn in der Kirche steht eine der ältesten und größten Barockorgeln in Deutschland – und zu meinem Glück wird sie heute gespielt.

Zwei kleine Pilgerwege führen durch Goslar

Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung in die Altstadt von Goslar. Dort mache ich eine weitere Entdeckung: Zwei kleine Pilgerwege führen mich durch die mittelalterliche Stadt zu zahlreichen Baudenkmälern, Kirchen und sehenswerten Ruinen.

Eine Empfehlung: Am besten gehen Sie den Weg in Teilstrecken: Von Drübeck bis Ilsenburg sind es etwa drei Kilometer. Die Strecke von Ilsenburg bis Lochtum misst gut zwölf Kilometer. Weiter nach  Wöltingerode macht noch mal sechs Kilometer. Die abschließende Etappe von Wöltingerode ins Zentrum von Goslar ist zehn Kilometer lang

Mein Tipp:  Wenn das Pilgern für Sie auch mal schneller gehen kann, dann radeln Sie doch die Strecke. Sie eignet sich dafür sehr gut.

Ina Funk

 

Sehenswertes am Wegrand:

  • Altstadt und Schloss Wernigerode
  • Baumkuchen-Museum Wernigerode
  • Vienenburg mit dem ältesten Bahnhof Deutschlands
  • Weltkulturerbe Rammelsberg bei Goslar
  • Zinnfigurenmuseum Goslar
  • Stabkirche Hahnenklee

 

Weitere Informationen zum Pilgerweg finden Sie unter:
Tourist-Info Ilsenburg, Telefon: 03 94 52/1 94 33, Internet:
www.ilsenburg.de oder
www.harzer-klosterwanderweg.de