01.03.2017

Zukunft der St.-Ursula-Schule noch nicht gesichert

Auf die Ankündigung des Bistums, die St.-Ursula-Schule in Duderstadt an einen neuen Träger abzugeben, gibt es teils harsche Kritik. Die Eltern kämpfen mit einer Online-Petition für den Erhalt als Gesamtschule.

Die St.-Ursula-Schule in Duderstadt ist eine katholische Gesamtschule in Trägerschaft des Bistums Hildesheim. | Foto: bph/Blank

„Für uns Eltern entsteht der Eindruck, unsere Kinder seien verraten und verkauft worden“, sagt Ulrich van Almsick aus dem Schulelternrat. Der Rückzug des Bistums „schmerzt umso mehr, weil wir völlig überraschend und ohne Einfluss nehmen zu können vor vollendete Tatsachen gestellt wurde“, kritisiert van Almsick.

Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) findet die Entscheidung des Bistums „nachvollziehbar aufgrund der demografischen Entwicklung“. Gleichwohl sei sie „äußerst schmerzhaft“. Nun müsse das Wohl der Schüler, Pädagogen und aller Mitarbeiter im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen, sagt Nolte. Die Schullandschaft solle weiterentwickelt werden, dazu zähle auch der „Inklusive Campus“, der Kindern und Jugendlichen mit und ohne Beeinträchtigungen ein Lebens- und Lernort werden soll. Bei einem Wechsel des Schulträgers will das Bistum mit einer Anschubfinanzierung dazu beitragen.

Reinhard Dierkes, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, hält eine Übernahme durch den Landkreis jedoch für unwahrscheinlich: „Die IGS wird in Duderstadt nicht angenommen.“ Das habe nichts mit der katholischen Trägerschaft zu tun. Er verspricht aber eine „ernsthafte Prüfung“. Auch aus wirtschaftlichen Gründen plädiert Dierkes dafür, die Schüler in anderen Schulen zu integrieren.

Das sieht die oppositionelle CDU ähnlich. „Nach dem Abschluss der letzten verbleibenden Klasse wird die St.-Ursula-Schule geschlossen, Schülerinnen und Schüler werden ab dem nächsten Schuljahr nicht mehr in der St.-Ursula-Schule aufgenommen“, erwartet Fraktionschef Dr. Harald Noack.

Der Landkreis Göttingen verweist auf die noch nicht abgeschlossenen Gespräche. Jedoch seien die Schülerzahlen für eine „Fortsetzung des Experiments Gesamtschule“ zu gering, teilt Kreissprecher Ulrich Lottmann mit: „Ich kann nicht erkennen, warum ein Trägerwechsel diese Entwicklung nennenswert beeinflussen sollte.“ Der zuständige Kreisdezernent Marcel Riethig (SPD) wollte sich gegenüber der KirchenZeitung nicht äußern.

Propst Bernd Galluschke zeigt sich „zuversichtlich, dass es sich nicht um die Schließung unserer IGS handelt, sondern um eine Übergabe an einen neuen Träger“. „Gerne würden wir uns hier in der Schule weiter mit Schulgot­tesdiensten und Schulseelsorge auch unter einem neuen Träger engagieren“, betonte der Propst.
Eine Elterninitiative startete derweil eine Online-Petition zum Erhalt der Schule. Innerhalb der ersten zwei Tage kamen (bis zum Redaktionsschluss der KiZ) rund 700 Unterschriften zusammen.

Kommentare

Wer gibt denn einen derart dummen Satz von sich?!

... 'Ich kann nicht erkennen, warum ein Trägerwechsel diese Entwicklung nennenswert beeinflussen sollte'...

Dass eine private katholische Schule bei der Schulgeld gezahlt werden muss bei vielen Eltern nicht an erster Stelle steht ist doch klar.

Eine für alle anwählbare staatliche IGS hätte NATÜRLICH viel mehr Zulauf!!