08.09.2014

Dekanat Bremerhaven

Zwischen Hafen und Meer

Es ist ein Dekanat voller Kontraste. Hier die Großstadt Bremerhaven mit ihren knapp 110 000 Einwohnern und einem riesigen Hafengebiet. Dort die Urlaubsorte Cuxhaven und Otterndorf mit langen Sandstränden und touristischer Infrastruktur.

Vor allem die Weite der Nordsee und der Tourismus prägen neben dem Hafen der Stadt Bremerhaven das Gesicht des Dekanats Fotos: Martina Albert

60 Kilometer von Süd nach Nord und 30 Kilometer von Ost nach West erstreckt sich das Dekanat Bremerhaven im Norden des Bistums Hildesheim. 25 000 Katholiken leben und arbeiten hier.

Durch Bremerhaven ist das Dekanat stark städtisch geprägt, erläutert Dechant Andreas Pape. Etwa zehn Prozent der Einwohner sind katholisch  – aufgeteilt in vier Gemeinden, die sich zum Teil bis weit ins Umland, etwa bis in das gut 25 Kilometer entfernte Bad Bederkesa, erstrecken. Seit 2011 arbeiten die hauptamtlichen Mitarbeiter im Bereich Bremerhaven im „überpfarrlichen Personaleinsatz“. Übersetzt heißt das: Die drei priesterlichen Mitarbeiter, aber auch der Gemeindereferent und der Diakon, sind keiner speziellen Gemeinde zugeordnet. „Alle sind überall“, beschreibt der Dechant das System. Rotiert wird im ständigen Wechsel.

Veränderung durch überpfarrlichen Einsatz

Pfarrer Pape kennt Vor- und Nachteile des Systems. Als Vorteil wertet er, dass die Gemeindemitglieder immer wieder einen anderen Prediger hören und so von Haus aus auch Abwechslung in der geistlichen Ansprache da ist. Außerdem lernen auch die Hauptamtlichen alle Bereiche kennen. „Allerdings ist klar, dass eine echte Vertrautheit so schwieriger entsteht“, sagt er.

Dechant Andreas Pape und Dekanatspastoralreferentin Angelika Domdey wollen die Türen der Kirchen im Dekanat weit geöffnet halten.

Dekanatspastoralreferentin An­­gelika Domdey, die für Stadt und Land gleichermaßen zuständig ist, sieht es ähnlich. „Vieles ist in Bewegung gekommen. Die Menschen hier spüren, dass sich etwas verändert hat. Und natürlich geht ein neues System nicht ohne Ärger und auch mal eine Panne ab, aber wir gehen immer wieder aufeinander zu.“ Für alle Beteiligten – Hauptamtliche, Engagierte und Gemeindemitglieder – ist es auch nach drei Jahren noch eine He­rausforderung zusammenzuwachsen.

Der nächste – auch äußerliche große – Schritt steht am 1. November bevor: Drei der vier Bremerhavener Gemeinden fusionieren. Ein Punkt, der die Bremerhavener dabei noch immer wurmt, ist, dass ihr Namensvorschlag für die neue Gemeinde „St. Willehad“ letztlich von Priesterrat und  Bistumsleitung nicht angenommen wurde, sondern die neue Gemeinde „Heilig Herz Jesu Lehe“ heißen wird. So, wie nicht nur der „Leher Dom“ bislang schon hieß, sondern wie auch die dann noch verbleibende zweite Pfarrgemeinde in Bremerhaven heißt: Heilig Herz Jesu, allerdings mit dem Zusatz Geestemünde.

Miteinander auf dem Weg sein

Letztlich sei aber der Name nicht entscheidend, das Zusammenwachsen dafür umso mehr. Und dabei sind die Gemeindemitglieder schon weit, findet Dechant Pape. Viele pendeln schon jetzt zwischen den Gemeinden – je nachdem, ob sie lieber die Vorabendmesse in St. Marien in Bremerhavens Zentrum oder lieber die heilige Messe am frühen Sonntag etwa in St. Ansgar im Norden der Stadt besuchen wollen.

 

„Klar ist, dass wir, was die Arbeit im Seelsorgeteam angeht, immer noch und immer weiter dazulernen müssen“, betont Domdey. Wöchentlich gibt es informelle Treffen und einmal im Jahr eine zweitägige Auszeit mit Supervision – darüber „was uns stärkt und fördert, miteinander auf dem Weg zu sein“, sagt sie.

Auf dem Weg ist Domdey auch häufig in den Norden des Dekanats – nach Cuxhaven und Otterndorf. Allein Cuxhaven hat mit drei  Millionen Übernachtungen pro Jahr und 250  000 Tagesgästen ein enormes zusätzliches Potenzial für die Kirchen. Bislang wird dem mit der Stelle der Urlauberseelsorge Rechnung getragen. Seit vielen Jahren ist hier Pastoralreferent Bernhard Schillmüller tätig. Wie es jedoch im kommenden Jahr, wenn Schillmüller in Rente geht, weitergehen wird, ist noch offen. „Das macht uns schon etwas Sorge“, sagt Dechant Pape.

Denn bislang bietet die Urlauberseelsorge jeden Sommer zur Urlaubszeit ein umfangreiches Programm an. Es reicht vom „Pilgern im Watt“ bis zum ökumenischen Strandgottesdienst. Für Angelika Domdey sind die Touristen – zunehmend übrigens auch in Bremerhaven – eine wichtige Zielgruppe für die Seelsorge. „Das ist eine Chance für uns, aber auch eine Verpflichtung.“

Für die Zukunft ihres Dekanats wünschen sich die beiden ein Zunehmen der Vertrautheit, die dann vor Ort Früchte trägt. „Ich erhoffe mir, dass es uns gelingt, uns gegenseitig zu stärken“, so Dechant Pape.

 

Gemeinden

Insgesamt leben im Dekanat Bremerhaven 25 250 Katholiken. Diese verteilen sich auf derzeit sechs Gemeinden mit insgesamt zehn Kirchorten:

Heilig Herz Jesu Lehe und Maria Unbefleckte Empfängnis bilden bereits jetzt eine Seelsorgeeinheit. Im November werden diese beiden Gemeinden und St. Ansgar zusammengeführt.  

 

Einrichtungen

Kindertagesstätten – insgesamt gibt es fünf dieser Einrichtungen: St. Michael, St. Willehad und St. Ansgar (alle Bremerhaven) sowie St. Marien und St. Willehad (beide Cuxhaven).

Schulen: Edith-Stein-Schule (Orientierungsstufe, Haupt- und Realschule, Gymnasium), Bremerhaven
Stella Maris (Grundschule) und St. Ansgar (Grundschule), Bremerhaven.

Jugend: Im Dekanat gibt es eine Projektstelle zur Vernetzung der Jugendarbeit sowie den Zusammenschluss des Bundes der Katholischen Jugend (BDKJ) im Dekanat Bremerhaven.

Der Caritasverband für Bremerhaven und den Landkreis Cuxhaven bietet an seinen Standorten in Bremerhaven und Cuxhaven neben der allgemeine Sozial- und Lebensberatung auch Beratung für Schwangere und Familien sowie soziale Dienste für ausländische Mitbürger an.

Das Katholische Bildungswerk Bremerhaven/Cuxhaven hat seinen Sitz in Cuxhaven

Die katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung unterhält eine Beratungsstelle in Bremerhaven

Das Katholische Militärpfarramt Bremerhaven ist zuständig für die Standorte der Marineoperationsschule Bremerhaven und zugehörig zum Militärdekanat Kiel.

Die Familienferienstätte Stella Maris, Cuxhaven, lädt ein zu Freizeiten und Seminaren,

 

Verbände

Das Kolpingwerk ist im Kolpingbezirk Nordsee vertreten durch Kolpingsfamilien in Bremerhaven-Mitte, Bremerhaven-Geestemünde, Bremerhaven-Lehe, Bremerhaven-Leherheide und Cuxhaven.

In Bremerhaven gibt es einen katholischen Sportverein, die DJK-Arminia in Bremerhaven-Lehe.

 

Mehr Infos zum Dekanat gibt es im Internet unter www.dekanat-bremerhaven.de