12.04.2018

Straße der Moderne

Zum Beten und Bestaunen

Die Kirche St. Albertus Magnus im Braunschweiger Univiertel gehört zu den Meisterwerken modernen Kirchbaus in Deutschland. Jetzt ist die Dominikanerkirche sogar im Online-Reiseführer „Straße der Moderne“ zu finden.

Innenansicht von St. Albertus Magnus im Univiertel:
Der Gottesdienstraum besticht durch ausdrucksstarke
moderne Kunst. | Fotos: Manfred Zimmermann

Für die einen sind Kirchen Zeichen des Glaubens, Orte der Stille und des Gottesdienstes, für andere eher eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten, die auch in Reiseführern ihren festen Platz haben – besonders wenn sie alt sind und aus der Romanik, Gotik oder dem Barock stammen. Moderne Kirchen schaffen es dagegen selten in die Reiseliteratur.

Das ökumenisch angelegte Projekt „Straße der Moderne – Kirchen in Deutschland“ des Liturgischen Instituts in Trier will Abhilfe schaffen und präsentiert auf der Internetseite www.strasse-der-moderne.de Meisterwerke des Kirchbaus aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Dort können Interessierte mehr über ausgezeichnete Architektur, Zusammenspiel von Liturgie und Raum sowie bedeutende Kirchenbaumeister erfahren. „Wir wollen zeigen: Auch die modernen Kirchen sind Glaubenszeugnisse einer bestimmten Zeit“, sagt Dr. Andreas Poschmann, Leiter des Projektes.

Gemeinde empfindet Freude und Stolz

Jetzt ist in diesem Online-Reiseführer auch die Kirche St. Albertus Magnus – entworfen von Architekt Hans Joachim Lohmeyer – des Dominikanerklosters in der Brucknerstraße mit dabei. „Als Reaktionen innerhalb der Gemeinde habe ich Freude und Stolz wahrgenommen“, erzählt Pater Fritz Wieghaus. Er ist Pfarrer der Gemeinde.
 

Moderne Marienkapelle mit der vom gebürtigen
Braunschweiger Künstler Gerd Winner gestalteten
Goldmadonna.

Dr. Karin Berkemann, Online-Redakteurin beim Projekt, hat den Eintrag über die Braunschweiger Kirche verfasst und sieht als Besonderheit des Bauwerks von 1958, dass die „Kirche und ihre Ausstattung eine bemerkenswerte Brücke zwischen mittelalterlicher Ordenstradition und modernem Neuanfang, zwischen Kloster- und Gemeindenutzung, zwischen Ursprungsgestalt und Neubelebung schlägt.“ Bei der „Straße der Moderne“ arbeiten eine Reihe zahlreicher Autoren mit  – meist Theologen oder Kunsthistoriker. Von ihnen würden die modernen Sakralbauten in gut lesbaren, knappen und wissenschaftlich fundierten Portraits vorgestellt, beschreibt Poschmann.

Bei der Auswahl der Kirchen hat das Liturgische Institut Experten aus den Regionen befragt, ein Kuratorium trifft die Wahl. Sortiert nach Himmelsrichtungen geht so Sonntag für Sonntag ein neues evangelisches oder katholisches Gotteshaus online. Etwa 150 Sakralbauten wurden seit Juli 2015 aufgenommen, ungefähr 200 sollen es insgesamt werden.

Die Web-Seite lädt zum Stöbern nach bekannten und unbekannten Kirchen ein: Eine Umkreissuche liefert als Ergebnis naheliegender Reiseziele auf einer Karte, daneben ist auch eine Suchfunktion nach Architekt, Weihe oder Einweihung sowie Ort möglich.

In diesem Jahr wird die Gemeinde St. Albertus Magnus 60 Jahre alt. Dieses Ereignis wird am  10. Juni, ab 9.30 Uhr mit Gottesdienst und anschließendem Pfarrfest gefeiert.

Sabine Moser