14.02.2012

Neue Präventionsbeauftragte

Mit "Achtsamkeit" sexuellem Missbrauch vorbeugen

Jutta Menkhaus-Vollmer (50) ist seit 1. Februar Präventionsbeauftragte für sexuellen Missbrauch im Bistum Hildesheim. In den Einrichtungen des Bistums soll sie für eine „Kultur der Achtsamkeit“ sorgen und damit sexuellem Missbrauch vorbeugen.

Jutta Menkhaus-Vollmer ist seit 1. Februar 2012 Präventionsbeauftragte für sexuellen Missbrauch im Bistum Hildesheim. Foto: bph

Bistum (bph). Täter, die Kinder sexuell missbrauchen, nutzen oft bestimmte Situationen aus. Missbrauchte Kinder wiederum senden häufig Hilfssignale an ihre Umwelt. Doch werden diese Situationen, diese Signale immer richtig erkannt und gedeutet? Werden sie ernst genommen? Wie die anderen deutschen Diözesen, so hat nun auch das Bistum Hildesheim eine Präventionsbeauftragte gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen. Sie soll sich genau diesen Fragen widmen und in den Pfarrgemeinden und Einrichtungen des Bistums die Sensibilität für das Thema schärfen. „Kinder und Jugendliche müssen sich zu selbstständigen, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Personen entwickeln können“, sagt Menkhaus-Vollmer.

Es sei in der Vergangenheit schon einiges geschehen, sagt die studierte Sozialpädagogin. Die vierfache Mutter verweist auf das erweiterte Führungszeugnis, das seit September 2010 von allen Mitarbeitern im Bistum verlangt wird, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Vor allem will Jutta Menk­haus-Vollmer Einrichtungen besuchen –  von der Pfarrgemeinde über die Kindergärten bis zu den Schulen, um mit Fachkräften Konzepte und Schulungen zu erarbeiten. Dabei soll es um Themen wie den Schutz von Kindern und Jugendlichen und Täterstrategien gehen. Etwa zwei bis drei Jahre werde sie dafür brauchen, schätzt Menkhaus-Vollmer. Danach werden die Schulungen regelmäßig wiederholt, mindestens alle fünf Jahre. Auch sind eine eigene Internetseite und verschiedene Broschüren geplant.

Durch ihre Präventionsarbeit ergänzt Jutta Menkhaus-Vollmer die Arbeit der Missbrauchsbeauftragten im Bistum Hildesheim, die sich auch in Zukunft um die Opfer sexuellen Missbrauchs kümmern und für Gespräche zur Verfügung stehen werden. Ihre Stelle ist angesiedelt bei der Arbeitsstelle für pastorale Fortbildung und Beratung des Bistums Hildesheim.

 

Kontakt:

Jutta Menkhaus-Vollmer, Arbeitsstelle für pastorale Beratung und Beratung, Neue Straße 3, 31134 Hildesheim, Telefon: 0 51 21/179 15 61, E-Mail: Jutta.Menkhaus-Vollmer@Bistum-Hildesheim.de

 

Zur Sache

Ansprechpartner für Verdachtsfälle des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum Hildesheim:

  • Sr. M. Ancilla Schulz (Vinzentinerin) (Dr. med. Martina Schulz), Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Scheelenstraße 24, 31134 Hildesheim, Telefon: 01 72/2 60 52 73, E-Mail: ancilla.schulz@vinzentinerinnen-hildesheim.de
  • Diakon Dr. John G. Coughlan, Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Pfaffenstieg 12, 31134 Hildesheim, Telefon: 0 51 21/16 77 10, E-Mail: john.coughlan@caritas-hildesheim.de
  • Rechtsanwalt Lothar Herzog, (Fachanwalt für Sozialrecht), Osterstraße 7–9, 31134 Hildesheim, Telefon: 0 51 21/2 89 29 33, E-Mail: herzog-biendarra@t-online.de

Das Bistum bietet auf seiner Internetseite »Beratung bei Missbrauch zahlreiche Materialen und Hinweise zum Erkennen und zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch.